Spezialprodukte erzielen die höchste Rendite
Aktienfonds liegen im ersten Quartal vorn

Die Besitzer von Investmentfonds blicken auf ein erfreuliches erstes Quartal zurück. Einstellige prozentuale Erträge waren die Regel, wobei Aktienportfolios mit spezieller Ausrichtung die Rangliste anführen. Zu dieser Gruppe gehören Produkte für Energietitel und Nebenwerte sowie Fonds, die ihre Gelder überwiegend in Schwellenländern anlegen. Bei den meisten Rentenfonds sowie den Immobilien- und Geldmarktportfolios fielen dagegen nur kleine positive Erträge an.

FRANKFURT/M. Die jüngsten Kapitalmarktentwicklungen lassen jedoch ahnen, dass die Zahlen in den kommenden Auswertungen deutlich anders ausfallen werden. Die Sorgen über eine schwächere Weltkonjunktur und damit sinkende Unternehmensgewinne steigen. Das benachteiligt Aktien und Aktienfonds, begünstigt dagegen Anleihen und Rentenfonds – auch wenn die Mehrheit der Ökonomen derzeit noch mit weiteren Leitzinserhöhungen rechnet.

Derartige Überlegungen schlagen in der vorliegenden Rangfolge noch nicht durch. Die Auswertung der Analysegesellschaft Feri Trust berücksichtigt alle rund 6 000 in Deutschland angebotenen Investmentfonds in- und ausländischer Gesellschaften. Insgesamt 35 wichtige Anlage-Schwerpunkte sind einbezogen (Tabelle und Link). Die Reihenfolge richtet sich nach der durchschnittlichen Wertveränderung aller Fonds in den einzelnen Gruppen. Zur längerfristigen Orientierung dienen die angefügten Veränderungen der vergangenen 12 Monate. Darüber hinaus weist die Tabelle den jeweils ertragreichsten Fonds in seiner Anlagegruppe für das erste Quartal aus.

Größte Gewinner in der Auswertung sind die Aktienfonds für Rohstoff- und Energiewerte, die im Schnitt fast 12 Prozent zulegten. Gruppenerster ist ein Energiewertefonds von American Express, der es auf ein Plus von über 22 Prozent bringt. „Wir bleiben bullish für Energie“, sagt Andreas Ziehensack, Generalbevollmächtigter der American Express Bank in Deutschland. Er lässt sich dabei von den jüngsten Ölpreisrückgängen nicht beirren.

Etwas vorsichtigere Töne schlägt Gabriel Wallach an, der in Boston den lateinamerikanischen Aktienfonds der belgisch-niederländischen Finanzgruppe Fortis lenkt. Wallach schaffte die beste Performance in seiner Vergleichsgruppe, die auf dem neunten Platz rangiert. Wallach verfolgt das Geschehen an den Rohstoffmärkten aufmerksam, weil die lateinamerikanischen Länder als wichtige Rohstoffproduzenten stark von den Preisentwicklungen der Commodities abhängen. Und der Fondsmanager glaubt: „Nach einer starken Preisrally könnten höhere Zinsen in den USA, ein stärkerer Dollar und eine Verlangsamung des Geldmengenwachstums in China auf die Rohstoffpreise durchschlagen.“

Schwellenländerfonds haben gute Ergebnisse erzielt

Andere Fonds für Schwellenbörsen schneiden noch besser ab. Die Portfolios für Osteuropa und Asien sowie die Gruppe der Länderfonds liegen auf den Rängen zwei, sechs und acht. Auf den siebten Platz kommen die global anlegenden Fonds, angeführt vom „Schwellenländer-Unterfonds“, bei dem Michael Keppler in New York als Berater fungiert. Er verfolgt einen langfristigen Value-Ansatz. „Die Börsen der Emerging Markets sind heute noch ein Viertel bis ein Drittel billiger als die der Industrieländer“, sagt er. Dieser Vorteil sei im Lauf der Jahre zwar gesunken: „Aber wegen des höheren Wachstums könnte sich dieser Discount auch in eine Prämie wandeln.“

Das Anlagethema Value kontra Wachstum dürfte auch an den entwickelten Märkten wieder eine wichtige Rolle spielen. Das deuten die Kursverluste bei Technologiewerten wie IBM in den vergangenen Tagen an. Einige Vertreter von Aktienfonds für Wachstumswerte bleiben dennoch optimistisch. So sagt Andrew Lynch, Manager des „Euro-Dynamic-Growth“-Fonds der britischen Schroders: „Die Titel sind relativ billig, sowohl im historischen Vergleich als auch im Vergleich zu Value-Titeln.“ Lynch führt mit seinem Fonds die auf dem zwölften Platz rangierende Gruppe der Aktienfonds für die Eurozone an.

Eine Tabelle mit den erfolgreichsten Fonds des ersten Quartals 2005 steht Ihnen hier als PDF-Dokument zum Download bereit.

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