Spitzenreiter ACM American Income reduziert Laufzeiten und bevorzugt Anleihen aus Schwellenländern
Experten warnen vor Dollar-Rentenfonds

Ein mehr als doppelt so gutes Ergebnis herauszuholen als der Vergleichsindex - das ist für einen Rentenfondsmanager schon eine beachtliche Leistung. Paul DeNoon von der New Yorker Investmentgesellschaft Alliance Capital Management schaffte es:

HB HAMBURG. In den vergangenen zwölf Monaten steigerte er den Wert seines ACM American Income um 8,38 Prozent und belegt damit in der Gruppe der Dollar-Rentenfonds den ersten Platz. US-Staatspapiere kamen, gemessen am Citigroup USA Government Bond Index, lediglich auf 4,15 Prozent (siehe Tabelle).



Fonds-Tabelle (pdf-Format)



Der Vergleich hinkt allerdings. Denn DeNoons Anlagehorizont endet keinesfalls bei US-Papieren. Bis zu 35 Prozent des Portfolios darf er in Unternehmensanleihen aller Bonitäten sowie in auf Dollar lautende Schwellenländer-Anleihen investieren. Diese Quote nutzt DeNoon angesichts der Unsicherheiten am US-Rentenmarkt derzeit voll aus: "Die lange Zeit vorherrschende Meinung vieler Marktteilnehmer, dass Notenbank-Präsident Alan Greenspan den Geldmarktzins auf maximal vier Prozent anhebt, erscheint mehr und mehr unrealistisch." Der ACM-Manager erwartet weitere Zinserhöhungen und hat deshalb die Laufzeiten in seinem Portfolio gesenkt: "Die mittlere Kapitalbindungsdauer beträgt aktuell nur fünf Jahre." Im Bereich der Schwellenländer bevorzugt DeNoon unter anderem Peru, dessen makroökonomische Perspektiven sich seit einiger Zeit erheblich verbesserten.

Wie vielfältig der Markt für Dollar-Anleihen ist, zeigt das Angebot des Konkurrenten JP Morgan Asset Management. Die Gesellschaft hält gleich sieben Fonds für diese Anlagekategorie bereit, von denen sich immerhin drei unter den Top Ten platzieren konnten. Für die kommenden Monate ist Franz Lörch aus dem Frankfurter JP-Morgan-Team ist allerdings skeptisch: "Solange die US-Zinsen deutlich höher sind als in Europa, kann der Dollar möglicherweise noch etwas zulegen. Mittelfristig erwarten wir aber angesichts der enormen Defizite im Haushalt und in der Leistungsbilanz Kursverluste gegenüber dem Euro."

Deutsche Anleger sollten also im festverzinslichen Bereich möglichst in ihrer Heimatwährung bleiben. Ganz ähnlich sieht es Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer des Finanzdienstleisters SJB Fondsskyline: "Ein steigender US-Dollar, eine sinkende Inflation und fallende Zinsen, das wären Argumente für US-Anleihen. "Nichts davon ist derzeit in Sicht."

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds

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