Spitzenreiter Epicon verkauft den letzten Rentenfonds
Dachfonds-Manager reizen Aktienquoten voll aus

An Selbstvertrauen mangelt es dem österreichischen Vermögensverwalter Epicon nicht. Anrufer in der Wiener Zentrale heißt eine freundliche Computerstimme beim „führenden Dachfondsanbieter Europas“ willkommen – eine Aussage, die sich anhand nackter Zahlen kaum belegen lässt.

HAMBURG. Insgesamt verwaltet Epicon derzeit in 14 Dachfonds 162 Mill. Euro, beim deutschen Marktführer Deka sind es 15,7 Mrd. Euro. Unbestritten ist allerdings, dass Epicon zu den Pionieren des noch jungen Genres gehört. Ihren ersten Dachfonds legte die bankenunabhängige Gesellschaft bereits im September 1998 auf. Mit ihrem neuen Partner C-Quadrat - die österreichische Investmentgesellschaft hält seit Juni mehr als 75 Prozent an Epicon - will die Fondsfirma den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortsetzen. Bereits seit Dezember 2004 sind sieben Epicon-Fonds in Deutschland zum Vertrieb zugelassen. Einer davon, der Epicon Best Fonds Wachstum, setzte sich im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich der überwiegend in Aktienfonds investierenden Dachfonds an die Spitze.

Das gute Ergebnis von 18,66 Prozent erklärt Epicon-Manager Markus Melchart unter anderem mit der vergleichsweise hohen Aktienquote, die in der Regel 80 bis 90 Prozent beträgt. „Aktuell sind es sogar 100 Prozent, weil wir Anfang Juli beim Rentenfonds Aberdeen Sovereign High Yield Gewinne mitgenommen und ihn durch die Immobilienaktie Meinl European Land ersetzt haben.“

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In den kommenden Monaten rechnet Melchart mit tendenziell weiter steigenden Aktienkursen, will aber möglichst breit aufgestellt bleiben, um Risiken zu minimieren. Größte Einzelpositionen sind derzeit der stark im Rohstoffbereich engagierte M&G Global Basics und der Schwellenländerfonds Magna Global Emerging Markets.

Beim auf Rang zwei platzierten Apo Forte Inka der Düsseldorfer Apo Asset Management liegt die Aktienquote bei rund 90 Prozent. „Dabei favorisieren wir nach wie vor Fonds mit einem aktiven Stockpicking-Ansatz“, erläutert Marc Momberg aus dem dreiköpfigen Management-Team. In den vergangenen Monaten rückten allerdings zunehmend auf Wachstumstitel spezialisierte Zielfonds nach vorn. „Firmen mit einem hohen Gewinnwachstum kosten derzeit an der Börse nur unwesentlich mehr als Value-Titel“, begründet Momberg die höhere Gewichtung des Fidelity European Aggressive und des Henderson Pan European Equity, die aktuell knapp 30 Prozent des Portfolios ausmachen.

„Die Performance der beiden Produkte entwickelte sich in den vergangenen Jahren recht ähnlich, der Apo Forte zeigt aber deutlich weniger Schwankungen“, sagt Thomas Portig. Deshalb gibt der Leiter des Fondsanalyse-Teams von H.C.M. Capital Management diesem Fonds den Vorzug – zumal noch nicht absehbar sei, ob der Einstieg von C-Quadrat bei Epicon zu Reibungsverlusten im Management führe.

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