Spitzenreiter europäischer Aktienfonds legen innerhalb von zwölf Monaten zweistellig zu – Analysten raten zur Streuung des Kapitals
Fondsmanager sehen Chancen für Wachstumstitel

Gary Clarke hat kein leichtes Erbe angetreten: Mit dem rund 2,7 Mrd. Euro schweren Schroder European Equity Alpha übernahm er im Oktober einen der beliebtesten und volumenstärksten Fonds der Kategorie Aktien Europa. Sein Vorgänger Zafar Ahmadullah hatte den Fonds sehr offensiv gemanagt und sowohl in Substanz- als auch in Wachstumstitel investiert.

HB HAMBURG. Im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich per Ende September kam er mit dieser Strategie auf einen Wertzuwachs von 28,57 Prozent, das entspricht Platz 161 von 364 Europa-Fonds.

Der Mischung aus Growth (Wachstumsaktien) und Value (Substanztitel) will Clarke treu bleiben und zudem wie sein Vorgänger rund 40 Prozent in Nebenwerten halten. Anders als Ahmadullah strebt Clarke allerdings ein Portfolio von rund 75 Aktien an. Derzeit sind im Fonds noch rund 90 Titel enthalten.

Weitaus breiter aufgestellt ist das Portfolio des Europe Equity Fund von JP Morgan Asset Management: In diesem Fonds hält Chris Complin durchschnittlich rund 250 Aktien. „Die breite Streuung führt aus unserer Sicht langfristig zu besseren Ergebnissen als hohe Einzelwetten auf bestimmte Aktien“, so der JP-Morgan-Manager. Auch er setzt auf eine Mischung aus Wachstum und Substanz, richtet den Fonds jedoch stärker auf den Vergleichsindex MSCI Europe aus. Trotz seiner defensiveren Ausrichtung lag der JP Morgan Europe Equity in den vergangenen zwölf Monaten mit dem Schroder European Equity Alpha nahezu gleichauf. Knapp drei Prozentpunkte besser schnitt Complin dagegen mit dem ebenfalls von ihm verwalteten JP Morgan Europe Strategic Value ab, der überwiegend in Substanzwerte investiert.

Die besten Chancen räumt Complin allerdings dem JP-Morgan-Fonds Europe Strategic Growth, der auch von ihm betreut wird. „Es gibt erste Anzeichen für ein Comeback der Wachstumswerte“, sagt der Londoner Aktien-Experte. Selbst wenn dieser Favoritenwechsel noch eine Weile auf sich warten ließe, sind die Zeiten einer deutlich besseren Wertentwicklung der Value-Titel Complin zufolge vorbei: „Im Vergleich zum Jahr 2000, als dieses Marktsegment mit extrem niedrigen Bewertungen glänzte, hat sich die Lücke zu den Wachstumswerten fast geschlossen.“ Eine Einschätzung, die auch Thomas Portig teilt. „Das Value-Zeitalter hat mit Sicherheit den Zenit überschritten“, so der Leiter des Fondsanalyse-Teams von H.C.M. Capital Management in München. Eine klare Kaufempfehlung für den JP Morgan Europe Strategic Growth mag er dennoch nicht abgeben. „Auf lange Sicht schlägt Value Growth“, meint Portig und rät Anlegern mit kleineren Investments deshalb zu Mischprodukten wie dem JP Morgan Europe Equity. Anlegern mit mehr Liquidität empfiehlt er die Aufteilung ihres Investments auf Fonds mit unterschiedlichen Ansätzen: „Gut ergänzen sich beispielsweise der aggressiv gemanagte Schroder European Equity Alpha und der defensivere JP Morgan Europe Strategic Value.“ Autorin: Claudia Lindenberg, Der Fonds.

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