Spitzenreiter im Rohstoffsektor zeigen ähnliche Performance, aber die Portfolios sind sehr unterschiedlich
Energie-Aktien finden sich in vielen Fonds

Angesichts der steigenden Ölpreise verzeichnen auf Energie-Titel ausgerichtete Fonds wie der Invesco GT Energy seit gut einem Jahr eine exzellente Wertentwicklung.

HB HAMBURG. Die Grenzen der eigenen Macht zu spüren, dieses Gefühl eint seit Monaten Alan Greenspan und Ahmed Fahd el-Sabah. Ähnlich wie die Zinserhöhungen des amerikanischen Notenbank-Chefs an den Rentenmärkten bislang verpufften, so wenig schert sich der Ölpreis um die Ankündigungen des Opec-Präsidenten, die Förderquoten zu erhöhen. Fünfmal trat el-Sabah in diesem Jahr bereits mit einem entsprechenden Beschluss vor die Presse. Stoppen konnte er den Ölpreisanstieg damit nicht.

Für John Segner ist diese Entwicklung wenig überraschend. „Die Opec-Mitglieder fördern seit längerem mehr als es die jeweils festgelegte Höchstgrenze erlaubt“, beobachtet der Manager des GT Invesco Energy. Insofern passe die Opec ihre Vorgaben lediglich der Realität an. Segner hält einen deutlichen Preisrückschlag für sehr unwahrscheinlich: „Die Nachfrage nach Öl ist hoch und wird weiter wachsen, während sich die Lieferkapazitäten derzeit nur schwer steigern lassen.“

Vor diesem Hintergrund erscheint es nur logisch, dass der Invesco GT Energy in den vergangenen zwölf Monaten eine exzellente Wertentwicklung verzeichnete. Mit 43,22 Prozent belegt er in der Kategorie der Fonds für Rohstoffaktien Rang zwei und hat den Abstand zum führenden MLIIF World Energy von Merrill Lynch deutlich verkürzt. Dasselbe gilt für den auf Rang drei liegenden ABN Amro Resources, der 40,77 Prozent zulegte.

Wer angesichts der ähnlichen Performance eine ähnliche Zusammensetzung der Portfolios vermutet, sieht sich getäuscht. So findet sich mit dem kanadischen Öl- und Erdgasproduzenten Talisman Energy lediglich eine Firma bei allen Anbietern unter den Top Ten. Während zudem der Nordamerika-Anteil des Merrill-Lynch-Fonds meist zwischen 60 und 75 Prozent schwankt, sind es bei Invesco nie weniger als 80 und bei ABN Amro nur in Ausnahmefällen mehr als 60 Prozent. Dort finden sich mit Total, der britischen BG Group, Statoil und ENI gleich vier europäische Titel unter den Top Ten.

„Das Portfolio des Merrill Lynch World Energy ist deutlich breiter gestreut“, nennt Jens Wetter vom Analysehaus Feri Trust einen weiteren Unterschied. So machten die zehn größten Beteiligungen aktuell nur wenig mehr als 30 Prozent des Gesamtportfolios aus, bei Invesco seien es knapp 40 Prozent und bei ABN Amro sogar 55 Prozent. Dies führt Wetter in erster Linie auf die unterschiedlichen Volumina zurück: „Das Merrill-Lynch-Duo Robin Batchelor und Poppy Buxton verwaltet mehr als 900 Millionen Euro und damit fast 25mal so viel wie John Segner und ABN-Amro-Manager Friso Rengers.“ Ein Umstand, der die Handlungsspielräume beim Spitzenreiter bislang allerdings kaum beeinflusse. Deshalb hält Wetter es für zweitrangig, welchen der drei Fonds ein von stabilen oder weiter steigenden Ölpreisen überzeugter Anleger kauft: „Die Performance wird sich vermutlich auch künftig sehr ähnlich entwickeln.“

Egon Wachtendorf, Der Fonds

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%