Spitzenreiter messen Firmenbonds unterschiedliche Bedeutung bei
Rentenfonds setzen auf italienische Staatsanleihen

In Italien ging es angesichts der Regierungswahl in den vergangenen Wochen turbulent zu. Das blieb nicht ohne Folgen für den Rentenmarkt. Die ohnehin bereits überdurchschnittlich hohen Zinszuschläge sind Anfang März dieses Jahres aufgrund der politischen Situation noch einmal deutlich gestiegen. Fondsmanager nutzten das zum Einstieg.

HAMBURG. In Italien ging es angesichts der Regierungswahl in den vergangenen Wochen turbulent zu. Das blieb nicht ohne Folgen für den Rentenmarkt: „Die ohnehin bereits überdurchschnittlich hohen Zinszuschläge sind Anfang März dieses Jahres aufgrund der politischen Situation noch einmal deutlich gestiegen“, sagt Patrick Burkart von Lazard Asset Management in Frankfurt. Der Renditeaufschlag (Spread) habe bei fünf Jahren Laufzeit gegenüber deutschen Bundesanleihen Anfang März rund 60 Basispunkte betragen.

„Diese Situation haben wir genutzt, um unser Engagement von rund zehn Prozent auf aktuell 20 Prozent aufzustocken“, sagt der Berater des Gutmann Internationaler Anleihefonds. Den mit einem Plus von 4,39 Prozent erzielten Klassensieg innerhalb der 179 global anlegenden Rentenfonds umfassenden Vergleichsgruppe führt er unter anderem auf diese Positionierung zurück, aber auch auf die hohe Gewichtung von Pfandbriefen mit ebenfalls rund 20 Prozent. Beide Engagements seien aber als Sonderfall zu verstehen: „Üblicherweise sind beide Segmente deutlich niedriger gewichtet, wir fahren mit den Positionen eher eine kurz- bis mittelfristig ausgelegte Strategie.“

Generell konzentriert sich der Berater des bei der österreichischen Privatbank Gutmann aufgelegten Fonds auf Staatsanleihen, Firmenbonds spielen eine untergeordnete Rolle. Eher als Randthema im Fonds betrachtet der Lazard-Manager zurzeit auch Fremdwährungen: „Wenn wir investieren, dann in der Regel währungsgesichert und in sehr geringem Umfang.“

Im Portfolio des zweitplatzierten Dexia Bonds International spielen Unternehmensanleihen eine deutlich gewichtigere Rolle: „In der akuten Phase der Kreditkrise lag der Anteil bei unter 50 Prozent, mittlerweile haben wir auf über 70 Prozent aufgestockt, weil wir den Papieren wieder großes Potenzial zutrauen“, sagt Fondsmanager Luc D'hooge, der auf Nachrangpapiere und Telekom-Werte setzt.

Auch Lokalwährungen setzt er aktiv ein, eine prozentuale Obergrenze für die Beimischungen existiert nur indirekt über die Bandbreite der Abweichung vom Vergleichsindex (Tracking Error). „Aktuell setzen wir in diesem Segment mit jeweils rund 1,6 Prozent des Portfolios auf die norwegische Krone und den australischen Dollar“, sagt D'hooge, der auf der Währungsseite auch über Leerverkäufe auf fallende Kurse wettet. Diese Short-Strategie fährt er beim US-Dollar und der slowakischen Krone.

Wie Burkart hat sich der Dexia-Manager mit italienischen Staatsanleihen eingedeckt, die er mit 5,6 Prozent allerdings geringer gewichtet. Eine ähnliche Strategie fährt D'hooge auch hinsichtlich der Laufzeiten: So halten beide Fondsmanager gut 30 Prozent des Portfolios in Papieren mit mehr als zehn Jahren Restlaufzeit.

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