Spitzenreiter Newton Equity & Bond Fund könnte schon bald vom Klassiker Adig Plusfonds überrundet werden
Mischfonds-Manager punkten mit deutschen Titeln

Jamie Korner behauptet seine Spitzenstellung – dies ist das Ergebnis der Zwölf-Monats-Auswertung von 68 überwiegend in Aktien anlegenden Mischfonds. Doch dem Manager des zu mindestens 75 Prozent in britische Titel investierenden Newton Equity & Bond Fund von Mellon Global Investments machen zunehmend Fonds zu schaffen, die ihr Schwergewicht auf deutsche Aktien legen.

HB HAMBURG.Kein Wunder, legten doch allein die im Dax vertretenen Standardwerte seit Anfang Mai im Schnitt um 15 Prozent zu, mehr als doppelt so viel wie der britische FTSE-Index.

Bis auf Rang acht vorgeschoben hat sich mit dem Adig Plusfonds ein bereits 1971 aufgelegter Klassiker. Manager Christoph Berger orientiert sich an einem internen Vergleichsindex, der zu 75 Prozent aus deutschen Aktien und dabei wiederum zu 40 Prozent aus Dax-Werten und zu 35 Prozent aus MDax-Werten besteht. Die restlichen 25 Prozent des Fondsvermögens sind im Prinzip auf Euro lautenden Renten vorbehalten, wobei Berger deren Anteil auf bis zu zehn Prozent reduzieren oder bis auf 40 Prozent aufstocken kann. Die aktuelle Quote von 13 Prozent zeigt aber, dass Berger Aktien klar den Vorzug gibt.

Trotz der kräftig gestiegenen Kurse sieht der Adig-Manager keinen Anlass für Gewinnmitnahmen. Seinen Optimismus zieht er dabei weniger aus den politischen Reformen, die im Herbst von einer neuen Bundesregierung in Angriff genommen werden könnten: „Die wirklich wichtigen Reformen haben längst stattgefunden, und zwar auf Unternehmensebene.“ So sei in vielen Betrieben die Arbeitszeit flexibilisiert und teilweise verlängert worden, mit deutlichen Auswirkungen auf die Bilanzen. Als Beispiel nennt er den bayerischen Maschinenbauer Krones: „Das Unternehmen hat letztes Jahr einen Jahresüberschuss von 61 Mill. Euro erzielt, wird aber seine Lohnkosten vor Steuern um bis zu 20 Mill. Euro über die nächsten Jahre senken können.“ Während bisher vor allem kleinere Firmen von dieser Entwicklung profitierten, sieht Berger mittelfristig Dax-Titel wie Siemens oder MAN vorn.

Für einen zweiten Klassiker, nämlich den bereits 1970 gestarteten Verifonds von Veritas SG, lief es in den vergangenen zwölf Monaten weniger gut. Klaudius Sobczyk, der den auf Rang 67 abgerutschten Fonds Anfang Mai übernahm, führt die schwache Wertentwicklung in erster Linie auf Fehleinschätzungen an den Rentenmärkten zurück: „Wir hatten einen großen Teil unserer Langläufer abgesichert, das hat Performance gekostet."

Derzeit setzt der Verifonds, der traditionell mindestens zur Hälfte in Deutschland investiert, sogar zu mehr als 70 Prozent auf heimische Papiere. Der Anteil deutscher Aktien wurde von 51 auf 57 Prozent gesteigert. Speziell Firmen mit einer hohen Dividendenrendite traut der Veritas-Manager weiter eine gute Entwicklung zu, auch wenn er eine Verschnaufpause des Dax im August und September für „sehr wahrscheinlich“ hält. Autor: Egon Wachtendorf, DER FONDS

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