Staatsanleihen
Harte Zeiten für Rentenfonds

Anlageprofis fürchten, dass es im nächsten Jahr schwierig wird, mit Staatsanleihen Geld zu verdienen.

HB/cü FRANKFURT. Die Aussichten für Staatsanleihen in der Euro-Zone und den USA sind nicht gerade rosig. Darin waren sich die Teilnehmer auf dem Internationalen Zinsforum in der vergangenen Woche weitgehend einig. Die vom Heidelberger Seminaranbieter Forum Institut für Management ausgerichtete Veranstaltung ist seit 20 Jahren ein Branchentreff für Volkswirte, Geldpolitiker und Fondsmanager.

Einen Crash an den Rentenmärkten prognostizierte die Branche zwar nicht. Aber ein Anstieg der Kapitalmarktzinsen um knapp einen halben Prozentpunkt sei schon möglich. Das dürfte professionellen Anlegern, die bei Bonds neben den Zinsscheinen auch auf die Kursentwicklung setzen, schwer machen, mit Anleihen Geld zu verdienen. Denn ein Renditeanstieg der zehnjährigen Bundesanleihe von derzeit 3,44 um einen halben Prozentpunkt würde den Kurs um vier Prozent sacken lassen. Damit wäre der Zinsertrag mehr als aufgezehrt.

In den vergangenen zwölf Monaten ist die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, die als Maßstab für die Entwicklung der Kapitalmarktzinsen in der Euro-Zone gilt, um 0,40 Prozentpunkte gefallen. Fonds mit Schwerpunkt auf europäischen Staatsanleihen erwirtschafteten in diesem Zeitraum nach Angaben des Fonds-Researchhauses Feri im Schnitt einen Ertrag von 4,83 Prozent und damit deutlich weniger als in den Vorjahren.

Um auch weiterhin positive Erträge mit ihren Rentenfonds zu erwirtschaften fahren Fondsmanager unterschiedliche Strategien. So setzt Oliver Eichmann, Portfolio Manager bei Deutschlands größter Fondsgesellschaft DWS, unter anderem auf Konvergenzländer. Er hält zum Beispiel Anleihen in Zloty und Forint der neuen EU-Mitglieder Ungarn und Polen für interessant. Da diese Länder mittelfristig den Euro einführen werden, sollten sich die Renditen angleichen und auch die Währungen stabil bleiben oder zumindest nur leicht fallen, meinte Eichmann. Zehnjährige Zloty- und Forint-Anleihen bringen derzeit 1,85 beziehungsweise 3,60 Prozentpunkte mehr Rendite als ihre deutschen Pendants.

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