Staatsanleihen
Magere Renditen für die Anleger

Die Finanzkrise hat die oft als langweilig verrufenen Staatsanleihen wieder in Mode gebracht. Angesichts der täglich neuen Hiobsbotschaften über die Folgen der Subprime-Krise um schwache private US-Hypothekenschuldner suchen Investoren wieder verstärkt nach Sicherheit.

FRANKFURT. Da sind Staatsanleihen der Industrienationen mit vernachlässigbarem Ausfallrisiko die erste Wahl. Die Folge: Die Kurse der Staatspapiere sind seit Jahresbeginn gestiegen. Das brachte auch dem "Pioneer Funds - Euro Bond", dem größten europäischen Rentenfonds, in den ersten beiden Monaten 2008 eine recht ordentliche Rendite von 2,9 Prozent.

Dass sich die Staatsanleihen und damit Rentenfonds wie das Flaggschiff von Pioneer weiter so gut entwickeln, ist aber unwahrscheinlich. Seit Mitte März sind die Anleihekurse schon wieder gesunken, und im Gegenzug haben sich die Renditen von ihren Jahrestiefs entfernt. Selbst Tanguy Le Saout, Leiter des sechsköpfigen Teams, das den Pioneer Euro Bond managt, ist nicht allzu optimistisch: "Staatsanleihen sind hoch bewertet", sagt der 39-jährige Franzose, der seit 1999 bei Pioneer ist. Die niedrigen Renditen spiegeln eine seiner Meinung unrealistisch deutliche Abkühlung der Weltwirtschaft wider.

Im vergangenen Jahr schaffte der Fonds, der schwerpunktmäßig in die Anleihen der öffentlichen Hand - also von Staaten und staatsnahen Emittenten - aus dem Euro-Raum investiert, nur ein Plus von 0,2 Prozent. Im Jahr davor, als die Anleihekurse auf breiter Front fielen, verlor er sogar 2,4 Prozent.

Der Fonds von Pioneer, einer Tochter der italienischen Großbank Unicredit, misst seine Entwicklung im Vergleich zu einem Index für Staatsanleihen aus dem Euro-Raum. In den vergangenen Jahren hat er sich aber stets schlechter als der Index entwickelt (s. Infografik). Le Saout erklärt das mit der Wahl der durchschnittlichen Restlaufzeit (Duration) im Portfolio. Die Anleihen im Fonds haben eine recht hohe Duration von sechseinhalb bis sieben Jahren. Bei Bonds mit langen Laufzeiten schwanken die Kurse stärker als bei Kurzläufern. Das kostet in schlechten Rentenperioden Performance.

Die schwache Entwicklung hat den Fonds in der Gunst der Anleger sinken lassen. Seit Ende 2005 hat sich das Fondsvolumen von 15,39 Mrd. Euro auf inzwischen 7,68 Mrd. Euro halbiert. Den Abfluss des Investorengeldes erklärt Fondsmanager Le Saout damit, dass der positive Trend an den Aktienmärkten und die sinkenden Renditen der Staatsanleihen den Appetit der Investoren auf Anleihen geschmälert hätten.

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