Staatsanleihen mit längerer Laufzeit bevorzugt
Fondsmanager sehen bei Euro-Anleihen Chancen

Nach den deutlichen Renditeanstiegen bei Euroland-Staatsanleihen und entsprechenden Kursrückgängen sehen Rentenfonds-Profis im mittleren und längeren Laufzeitensegment wieder Chancen. Seit Mitte Juni sind die Rententitel um rund 75 Basispunkte auf aktuell 4,20 % geklettert.

vwd/HB FRANKFURT/M. Dies haben Fondsberater Johannes Führ beim Johannes Führ-UI-Renten-Global und André Bischoff beim Gerling Rendite Fonds bereits für entsprechende Aufstockungen genutzt. Beide Produkte zählten in den zwölf Monaten bis Ultimo Juli zu den Top-Fonds unter 238 Euro-Rentenfonds.

Johannes Führ hat bei dem von ihm betreuten Rentenfonds nach eigenen Angaben die jüngste Korrektur für Zukäufe bei lang laufenden Staatsanleihen aus Deutschland, den Niederlanden und Österreich genutzt. Er begründet dies mit dem aktuell hohen Renditeunterschied (Spread) zwischen dem Zinssatz für Dreimonatsgeld und der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen. Dieser habe sich seit Mitte des Jahres von rund 150 auf 220 Basispunkte erhöht, der historische Durchschnitt liege bei 115. Nach Einschätzung von Führ sollte sich der Spread auf Jahresfrist wieder dem Durchschnitt annähern. Für die zehnjährige Bundesanleihe hieße dies Renditerückgänge Richtung 3,50 %. Zudem drohe keine Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank. Führ schließt sogar eine Senkung um 25 Basispunkte auf 1,75 % nicht aus.

Diese Meinung teilt Gerling-Rentenexperte Bischoff. „Kurzfristig bin ich für den Rentenmarkt verhalten optimistisch“, sagt er. Da im vierten Quartal in Euroland mit keiner bedeutenden Konjunkturerholung zu rechnen sei, würden die Renditen der Zehnjährigen zunächst in Richtung 4 % zurück gehen. Um von diesem Szenario zu profitieren, habe er beim Gerling Rendite Fonds die Quote von Euro-Staatsanleihen vom langen Ende des Laufzeitensegments der Vier- bis Siebenjährigen von rund fünf auf 23 % erhöht.

Für Pfandbriefe erwartet Bischoff dagegen eher höhere Spreads und eine vergleichsweise schwächere Entwicklung. Beim Gerling Rendite Fonds hat er die Quote europäischer Pfandbriefe bereits zu Gunsten der Staatsanleihen von 50 auf 35 % reduziert.

Führ ist derzeit mit 21 % der Mittel vornehmlich in Pfandbriefen mit kurzen Laufzeiten engagiert, von denen er viele bis Fälligkeit halte und so Kursrisiken reduziere, erläutert der Fondsberater.

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