Staatsanleihen mit langer Laufzeit sind wieder in Mode – Anleger sollten auch bei Bonds die Risiken streuen
In ruhigen Gewässern mit Rentenfonds

Staatsanleihen großer Industrieländer haben den Ruf, besonders sicher zu sein. Zu Recht. Denn dass Länder der Euro-Zone oder die USA Pleite gehen und ihre Bonds nicht zurückzahlen, ist kaum vorstellbar. Deshalb gehören solche Anleihen auch zu den beliebtesten Anlagen der Privatanleger. Der einzige Haken: Eben weil Bonds derzeit so beliebt sind, ist die Rendite nicht immer üppig.

FRANKFURT/M. Unsicher bei Staatsanleihen ist nur die Kursentwicklung. Die spielt aber für Anleger, die Anleihen bis zur Fälligkeit halten, keine Rolle. Denn solche Investoren sichern sich zum Kaufzeitpunkt eine bestimmte Rendite und bekommen ihr eingesetztes Kapital am Ende der Laufzeit zurück. Der Haken: Die Kurse der Anleihen sind stark gestiegen, und die Renditen sind deshalb jetzt sehr niedrig. Zehnjährige Bundesanleihen bringen weniger als 3,2 Prozent. Vor drei Jahren lag die Rendite noch bei 4,9 Prozent.

Diese Entwicklung hat allerdings Rentenfonds, die auf lang laufende Staatsanleihen setzen, hohe Erträge gebracht. Denn die Profi-Investoren setzen bei Anleihen nicht nur auf die Zinseinnahmen, sondern auch auf Kursgewinne. Da sie ihr Portfolio breit streuen, laufend umschichten und dabei noch von Hebelwirkungen über Terminkontrakte profitieren, können Rentenfonds höhere Erträge erzielen als Privatanleger, die Anleihen einfach bis zum Ende der Laufzeit halten.

Dafür müssen die Anleger bei Rentenfonds aber höhere Gebühren als bei der Direktanlage zahlen – die Bundeswertpapierverwaltung in Bad Homburg bietet sogar einige Bundeswertpapiere gebührenfrei an (»www.bwpv.de). Außerdem geht der Charme der festverzinslichen Wertpapiere – die genaue Kalkulierbarkeit, wenn man Anleihen bis zur Fälligkeit hält– bei der Anlage in Fonds verloren. Denn die Fondspreise schwanken täglich. „Dennoch ist es sehr unwahrscheinlich, dass Anleger mit einem Rentenfonds auf Sicht von fünf Jahren einen Verlust machen“, sagt Jens Wetter, stellvertretender Direktor beim Fonds-Analysehaus Feri Trust.

Unter dem Strich steigen die Kurse in der Tat – trotz zeitweiligen Schwankungen – seit über 20 Jahren. Kurzfristige Verluste werden durch die Zinsscheine und spätere Kursgewinne wieder ausgeglichen.

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