Staatsanleihen sind gefragt
Nachfrage nach Rentenfonds steigt, doch die Rendite sinkt

Private Anleger vertrauen derzeit vor allem festverzinslichen Staatsanleihen - trotz der stark wachsenden Schuldenberge der Länder. Immerhin konnten sie mit den internationalen Rentenfonds bis zu 27 Prozent Jahresrendite einstreichen. Durchschnittlich gewannen die 170 in Deutschland vertriebenen Produkte in den vergangenen zwölf Monaten allerdings nur rund fünf Prozent an Wert hinzu.

FRANKFURT. Staatsanleihen waren bislang nur bei besonders sicherheitsliebenden Investoren gefragt. Mittlerweile ist die Nachfrage jedoch enorm gestiegen. Und auch das Emissionsvolumen nimmt rapide zu. Denn weltweit brauchen Staaten frisches Geld. Allein die USA wollen 2009 Experten zufolge 1,5 Bill. Dollar auf dem Anleihemarkt einsammeln. Die Bundesregierung plant eine Kreditaufnahme von rund 323 Mrd. Euro. Noch können die potenten Emittenten Anleihen platzieren und verkaufen. Doch sie müssen auch immer höhere Zinsen zahlen, um Investoren anzulocken.

Die hohen Kurse der Staatsanleihen drücken jetzt allerdings auf die Rendite: Selbst die Verzinsung zehnjähriger Bundesanleihen rutschte kürzlich wieder unter drei Prozent. Denn der Bund-Future, die Terminmarkt-Kurve des deutschen Rentenmarktes, stieg seit Juli 2008 um stolze 15 Prozent.

"Zum Jahresauftakt wollen wir eine dynamischere Verwaltung ermöglichen", sagt Jean-Baptiste Roux von der Crédit Agricole. Der Fondsmanager des CAAM-Funds-Global-Aggregate-C profitierte im Dezember 2008 noch von einem Engagement in Schwellenländer-Staatsanleihen. Das Produkt landete mit rund 27 Prozent Jahresrendite ganz oben in der Fonds-Hitliste. Auch die ausfallsichereren europäischen Staatstitel bescherten dem Fonds ein Renditeplus: "Europäische Anleihen aus dem Zehnjahres-Segment schnitten gegenüber den US-amerikanischen und britischen Pendants besser ab", sagt Roux. Sein Fonds investiert derzeit in Festverzinsliche aus dem Euro-Raum, Großbritannien, Japan und den USA. Durchschnittlich laufen die Staats- und Unternehmensanleihen knapp sechs Jahre. Denn je kürzer die Fristen, desto flexibler ist das Fondsportfolio.

Das Dickschiff unter den Anleihefonds, der Templeton-Global-Bond-Fund, ist mit einer Laufzeit von durchschnittlich nur fünf Jahren in weltweite Staatsanleihen investiert. Allerdings liegen im Portfolio von Fondsmanager Michael Hasenstab auch exotische festverzinsliche Papiere zum Beispiel aus Korea, Mexiko, Schweden und Russland.

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