Starke Gewichtung
Lateinamerika-Fonds setzen auf Mexiko

Knapp ein Jahr nach der Präsidentschaftswahl in Mexiko steht fest: Die Anleger haben gewonnen. Denn seit Felipe Calderón am 2. Juli 2006 zum Sieger erklärt wurde, stieg der mexikanische Leitindex IPC um fast 70 Prozent.

HAMBURG. Vom Anstieg des mexikanischen Leitindex' IPC hat vor allem der Gartmore Latin American Fund profitiert, der mit einem Wertzuwachs von 25,81 Prozent den jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 22 Lateinamerika-Fonds für sich entschied. Dessen Manager Chris Palmer hat mexikanische Werte stärker gewichtet als die meisten Konkurrenten. "Der neue Präsident will die Wirtschaft weiter privatisieren. Das treibt die Kurse an", sagt Palmer. In seinem Portfolio machen mexikanische Werte rund 34 Prozent aus - das sind etwa drei Prozentpunkte mehr als im Vergleichsindex MSCI Lateinamerika. Außerdem hält sich Palmer zugute, in Brasilien zurückhaltender gewesen zu sein als andere. "Deswegen haben mich die Verluste im Mai 2006 nicht so hart getroffen", sagt er.

Ähnlich wie Palmer, der bereits seit 1995 für Gartmore Lateinamerika-Fonds managt, war auch Gilberto von ABN Amro in der Vergangenheit Spitzenplätze gewohnt. Auf Sicht der vergangenen zwölf Monate belegt der Manager des ABN Amro Latin America Equity jedoch nur den vorletzten Platz. "Die Größe des Fonds arbeitet gegen mich", erklärt Nagai. Inzwischen beträgt das Volumen 1,4 Mrd. Euro, 2005 waren es erst 220 Mill. Euro. Das große Volumen zwinge ihn, verstärkt in Großunternehmen zu investieren - zu Lasten der Rendite.

Nagai räumt aber auch eigene Fehlentscheidungen ein. "Der größte Fehler war es, während der Mai-Krise 2006 so stark in Brasilien investiert zu bleiben", sagt er. Brasilianische Unternehmen machen derzeit rund 58 Prozent seines Portfolios aus - rund vier Prozentpunkte mehr als im MSCI Lateinamerika. Seiner Meinung nach hätte er einen Teil des Geldes besser nach Peru oder Chile umschichten sollen, wo er untergewichtet war.

Den Mexiko-Anteil hat Nagai Anfang des Jahres leicht auf 29 Prozent hochgefahren. Höher will er jedoch nicht gehen. "Bei Konsumtiteln macht sich bereits ein schwächeres Wirtschaftswachstum bemerkbar", begründet er seine Skepsis. Den Brasilien-Anteil will er dagegen um etwa vier Prozent erhöhen. Der Grund: Die brasilianische Notenbank könnte den Leitzins von 12,5 Prozent bis zum Jahresende auf 10,5 Prozent senken.

Auch Palmer erwartet Zinssenkungen in Brasilien. Zudem sieht er in Chile wachsende Renditechancen. "Das ist das erste lateinamerikanische Land, in dem der persönliche Wohlstand wächst", sagt der Gartmore-Manager.

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