Starker Mittelzufluss
Finanzbranche lehnt Hedge-Fonds-Regulierung ab

Die weltweite Finanzbranche hat sich trotz wachsender Kritik an Hedge-Fonds gegen eine Regulierung der äußerst frei agierenden Anlageklasse ausgesprochen.

HB SINGAPUR. „Wir betrachten den wachsenden Kapitalzufluss bei Hedge-Fonds nicht als ein besonderes Risiko“, sagte Charles Dallara, Geschäftsführer des Institute of International Finance (IIF), am Freitag bei der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Singapur.

Es gebe allerdings einen Bedarf an mehr Transparenz, was mitunter auch von Hedge-Fonds-Managern so gesehen werde. „Zuallererst liegt die Verantwortung bei den Banken“, ergänzte der IIF-Vizevorsitzende Cees Maas. So lange diese ihrer Aufgabe nachkämen, gebe es kein besonderes Risiko.

Das IIF ist die weltweite Vereinigung von Banken, Versicherern und anderen Finanzdienstleistern. Zuletzt haben sich immer mehr Notenbanker für eine Regulierung oder zumindest Offenlegungspflichten bei Hedge-Fonds ausgesprochen. Diese verwalten Schätzungen zufolge mittlerweile rund um den Globus etwa 1,3 Billiarden Dollar.

Die Bundesbank hat beispielsweise für eine Kontrolle durch Rating-Agenturen plädiert. Am Freitag warnte zudem der australische Zentralbank-Vize Glenn Stevens, die wachsende Bedeutung der Anlageklasse stelle eine Gefahr für die Finanzmärkte dar.

Der starke Mittelzufluss in der Hedge-Fonds-Branche ist nach Ansicht von IIF-Vertreter Maas ein Hinweis dafür, dass weite Teile der Finanzbranche überreguliert sind. Das Wasser fließe immer zur niedrigsten Stelle, sagte der Finanzchef der niederländischen ING.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der dem IIF vorsitzt, warnte unterdessen vor wachsendem Handelsprotektionismus. Das vorläufige Scheitern der WTO-Gespräche zum Abbau weltweiter Handelsschranken sei alles andere als positiv, sagte er.

Der Abbruch der so genannten Doha-Runde der Welthandelsorganisation (WTO) werde dazu führen, dass immer mehr einzelne Länder individuelle Vereinbarungen untereinander schlössen. „Das ist aber nur die zweitbeste Lösung“, betonte der Banker.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%