Steigende Nachfrage aus der Schmuckindustrie
Nischenanbieter punkten am Goldmarkt

Kaum war Hurrikan „Katrina“ über New Orleans hinweggefegt, da sprang der Goldpreis von 432 auf 445 Dollar pro Unze. Zuvor war der Preis für das gelbe Metall allerdings wochenlang auf der Stelle getreten.

HB HAMBURG. „Angesichts der extrem hohen Energiekosten standen andere Rohstoffe bisher im Mittelpunkt des Anlegerinteresses“, begründet Joachim Berlenbach die jüngste Flaute. Der Gründer der auf Edelmetalle spezialisierten Anlagegesellschaft Craton Capital und Manager des Craton Capital Melchior Precious Metal Fund gibt sich jedoch überzeugt, dass die Notierungen auch ohne „Katrina“ über kurz oder lang wieder angezogen hätten: „Angesichts der Kostensteigerungen bei den meisten Produzenten ist der aktuelle Goldpreis für viele Minen noch immer zu niedrig, um profitabel arbeiten zu können“, betont der promovierte Geologe. Dies führe zwangsläufig zu einem fallenden Angebot. Zudem steige die Nachfrage aus der Schmuckindustrie. Deshalb erwartet Berlenbach, dass der Goldpreis innerhalb der kommenden zwölf Monate die Marke von 500 Dollar je Feinunze überspringt.

Zusammen mit seinem Partner Markus Bachmann steigerte Berlenbach den Anteilpreis seines Fonds zwischen August 2004 und Juli 2005 um knapp 30 Prozent. Damit erzielt das in Südafrika ansässige Duo das mit Abstand beste Ergebnis der Vergleichsgruppe. Das gute Abschneiden führt Berlenbach darauf zurück, dass der Craton-Fonds vor allem in kleineren und mittleren Firmen investiert ist, deren Wachstumspotenzial vom Markt noch nicht erkannt wurde. Dabei versuchen die Craton-Manager, in solche Firmen einzusteigen, die nach einer soliden Erkundung der Lagerstätten kurz vor einem Produktionsbeginn stehen.

Weitaus weniger erfolgreich in den vergangenen zwölf Monaten war Henry Littig mit seiner Titelauswahl für den HPM Invest Sicav RV Golden Dynamic Plus. Der Fonds der Düsseldorfer HPM Portfolio Management belegt mit einem Minus von 10,17 Prozent den letzten Platz. Littig orientiert sich bei der Zusammenstellung seines sehr aktiv gemanagten Portfolios am XAU-Index, der die Blue Chips unter den Gold- und Silberproduzenten enthält, und wurde dabei vom Auf und Ab des Marktes mehrfach auf dem falschen Fuß erwischt.

Für Matthias Reinhardt ist der Craton Capital Melchior Precious Metal unter den derzeit verfügbaren Goldminenfonds die erste Wahl: „Der Fonds wird von zwei ausgewiesenen Rohstoffspezialisten direkt aus Südafrika verwaltet, einem der wichtigsten Goldproduzenten der Welt“, argumentiert der Geschäftsführer des unabhängigen Finanzdienstleistungsinstituts Reinhardt & Foldenauer in Freiburg. Zudem seien auch Investments in andere Rohstoffe wie Diamanten möglich. Dennoch empfiehlt Reinhardt Goldfonds-Investments nur risikobereiten Anlegern: „Die in den Fonds enthaltenen Minenwerte weisen zum Preis der Basismetalle in etwa einen Hebel von drei zu eins auf. Steigt der Goldpreis um zehn Prozent, steigen die Minenwerte meist um 30 Prozent und umgekehrt.“

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