Steigende Nachfrage
Offene Immobilienfonds sind wieder begehrt

Fondsschließungen, Spekulationen über den möglichen Abschreibungsbedarf - noch Anfang des Jahres sah es so aus, als ob offene Immobilienfonds so ziemlich das letzte seien, was ein Anleger im Depot haben sollte. Mittlerweile hat sich die Lage jedoch wieder beruhigt, per saldo verzeichnen die 26 beim Branchenverband BVI registrierten Angebote wieder monatliche Zuflüsse in dreistelliger Millionenhöhe.

HB HAMBURG. "Das ist erst der Anfang", prophezeit Patrick Schultz vom Münchener Bankhaus Reuschel & Co. Dabei setzt Schultz, der zusammen mit Stefan Thomas-Barein den bei DJE Investment aufgelegten Immobilien-Dachfonds DJE Real Estate betreut, vor allem auf die Wirkung des zum 1. Januar 2007 drastisch reduzierten Sparerfreibetrags. "Da ein großer Teil der Ausschüttungen steuerfrei bleibt, sind offene Immobilienfonds gegenüber Rentenfonds dann für viele Anleger die bessere Alternative", sagt der Reuschel-Manager.

Mit ihrem eigenen Fonds investieren Schultz und Thomas-Barein zu mindestens 60 Prozent in offene Immobilienfonds; Immobilienaktien und Real Estate Investment Trusts (Reits) sowie darauf spezialisierte Fonds dürfen zusammen bis zu 40 Prozent ausmachen. Eine auf dem deutschen Markt "einzigartige Mischung", wie Schultz betont. Und eine erfolgreiche dazu: Mit einem Wertzuwachs von 5,51 Prozent belegt der DJE Real Estate im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 69 konservativ ausgerichteten Dachfonds Rang zwei. "Wir streben eine Rendite an, die zwischen fünf und acht Prozent liegt", erläutert Schultz.

Ein ähnliches Konzept verfolgt Markus Karl von der Münchener Vermögensverwaltung Focus Asset Management. Beim von ihm betreuten Spitzenreiter CS Carat Global One gilt der Kapitalerhalt als oberstes Ziel, und dabei spielen Immobilienfonds, die bis zu 30 Prozent des Portfolios ausmachen dürfen, eine wesentliche Rolle. Genauso wie Schultz und Thomas-Barein legt Karl Wert darauf, Anteile von auf Grund der hohen Mindestanlage lediglich institutionellen Anlegern offen stehenden Fonds wie UBS Euro Core oder Degi Global Business aufzunehmen.

"Da diese Fonds von ihren Anlegern nur dann Geld anfordern, wenn eine Immobilie zum Kauf ansteht, haben wir die Gewähr, dass nicht hohe Barreserven die Rendite verwässern", erläutert der Focus-Manager. Etwaige Liquiditätsprobleme sieht er dabei nicht. Karl: "Es gibt bei allen von uns gehaltenen Immobilienfonds lange Wartelisten von Investoren, die im Falle unseres Verkaufs gern einsteigen würden." Ähnliches gelte für den Bereich der Hedge-Fonds und anderen alternativen Investments, die aktuell zehn Prozent des Portfolios des CS Carat Global One ausmachen.

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