Steigende Zinsen erwartet
Rohstoffe sind Favoriten fürs zweite Halbjahr

Uwe Bergold und Christian Wolf von den Vereinigten Sparkassen Neustadt lassen sich von den aktuellen Schwankungen des Goldpreises nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Die Berater des auf Rohstoffwerte spezialisierten Mischfonds Noah-Mix OP nutzen kurzfristige Rücksetzer zum Kauf.

HAMBURG. So erhöhen sie derzeit unter anderem den Anteil an südafrikanischen Goldförderern.

„Wir erwarten ein starkes zweites Halbjahr bei Edelmetallen und auch bei anderen Rohstoffen“, erklärt Wolf. Aktuell besteht das Portfolio darum zu rund 25 Prozent aus Gold- und zu 15 Prozent aus Silberminen, weitere zehn Prozent machen Firmen aus, die Basismetalle wie Blei, Kupfer oder Zink fördern. Die Aktienquote liegt derzeit bei 68 Prozent, Renten machen dagegen weniger als fünf Prozent aus. Der Rest sind Geldmarktpapiere.

Auch wenn seine Macher mit dieser Strategie im Mai ein Minus von knapp acht Prozent einfuhren, liegt der bei Oppenheim Pramerica aufgelegte Noah-Mix OP in der Kategorie der überwiegend auf Aktien setzenden Mischfonds nach wie vor unangefochten auf Platz eins. Zum Stichtag 30. April betrug der Renditevorsprung auf Sicht von zwölf Monaten mehr als 25 Prozentpunkte gegenüber dem Zweitplatzierten(Tabelle).

Andreas Grünewald, Berater des drittplatzierten FIVV-Universal-Fonds, hält das Thema Rohstoffe ebenfalls für einen Megatrend. Anders als Bergold und Wolf setzt er jedoch kaum auf Minenwerte, sondern eher auf rohstoffnahe Titel wie Eon oder BASF. Der Chemiekonzern beispielsweise profitiert durch die Kooperation mit Gazprom vom Aufschwung im Energiesektor. Zudem schloss BASF ein Joint-Venture mit Sinopec, einer der größten Ölfirmen mit Sitz in China. Damit partizipiert der Ludwigshafener Konzern auch am Aufschwung Asiens. Dort liegt Grünewald zufolge ein weiterer Trend: „Asien entzaubert Amerika“, so der Berater.

Bei der Titelauswahl verfolgt Grünewald einen Fundamentalansatz. „Die Aufteilung des Fondsvermögens auf die einzelnen Anlageklassen und Märkte steht bei uns an erster Stelle“, so der Fondsberater. Erst in einem zweiten Schritt werden dann die attraktivsten Titel ausgewählt.

Die meisten davon findet er in Europa. Grünewald: „Das ist derzeit der attraktivste Markt für uns. Nicht, weil wir erwarten, dass die Konjunktur hier so gut läuft, sondern weil es viele günstig bewertete Weltmarktführer gibt, die vom Aufschwung in Osteuropa und Asien profitieren.“ Seine Aktienquote hat er wegen der zunehmenden Schwankungen jedoch leicht zurückgefahren. Sie liegt jedoch immer noch bei rund 86 Prozent. Auf Renten entfallen dagegen angesichts der Gefahr weiter steigender Zinsen weniger als zwei Prozent.

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