Steigende Zinsen könnten bei Rentenpapieren zu Kursrückschlägen führen
Mischfonds-Manager bevorzugen Aktien

Vom Auf und Ab der europäischen Börsen lässt sich Roland Schmitt nicht beeindrucken. Der Manager des Mischfonds Dit Kapital Plus hält seine Aktienquote in guten wie in schlechten Zeiten konstant bei 30 Prozent und gestattet sich dabei höchstens Abweichungen um ein bis zwei Prozentpunkte nach unten. „Das Risikoprofil des Fonds soll möglichst stabil sein“, begründet Schmitt dieses Vorgehen.

HB HAMBURG. In den vergangenen zwölf Monaten war er damit erfolgreich: Im jüngsten Vergleich von 114 eher defensiv ausgerichteten Mischfonds belegt der Dit Kapital Plus mit einem Zuwachs von 12,61 Prozent den vierten Platz (siehe Tabelle). Sein Aktienportfolio umfasst rund 80 europäische Titel, derzeit bevorzugt er vor allem Banken, Energietitel und Telekomwerte. Bis zu einem Drittel des Aktienanteils investiert er in Nebenwerte.

Der Rentenanteil des Portfolios wird seit 2001 nach dem Total-Return-Ansatz der Dit-Schwestergesellschaft Pimco gemanagt, die 2000 von der Konzernmutter Allianz übernommen wurde. Derzeit stehen vor allem lang laufende Staatsanleihen im Vordergrund, rund zehn Prozent stecken in osteuropäischen Hochzinspapieren.

Noch einen Tick besser als der Dit Kapital Plus entwickelte sich in den vergangenen zwölf Monaten der Mischfonds Konzept Privat auf Rang drei. Der im Dezember 1995 aufgelegte Fonds wird seit Ende 2002 von Hansainvest betreut und investiert seit der Euro-Einführung nicht mehr nur in Deutschland, sondern europaweit. Hansainvest-Manager Heiko Breiholz bestückt das Aktienportfolio überwiegend mit Aktien aus dem europäischen Leitindex Euro Stoxx 50. Anders als Schmitt variiert er die Aktienquote im Fonds in einer Spanne zwischen 15 und 35 Prozent. „Seit Mai 2003 liegt die Aktienquote jedoch recht konstant bei über 30 Prozent“, erläutert Breiholz. Daran will er vorerst auch nichts ändern: „Wir rechnen im Rentenbereich eher mit steigenden Zinsen und werden den Aktienanteil daher nicht reduzieren.“

Auf den ersten Blick wirkt das flexiblere Konzept des Hansainvest-Fonds angesichts stark schwankender Börsen vorteilhaft. Im langfristigen Vergleich punktet der Dit-Fonds allerdings mit einer weitaus besseren Wertentwicklung: So erzielte der Kapital Plus seit Anfang 1996 ein Plus von 108 Prozent, während der Konzept Privat im gleichen Zeitraum lediglich um 59 Prozent zulegte. Dieser große Vorsprung ist für Peter Ludewig einer der Gründe, dem Dit-Fonds den Vorzug zu geben. „Ein weiterer Vorteil des Kapital Plus ist die hervorragende Expertise von Pimco im Rentenbereich“, so der Vorstand des F&V Fondscenter in Berlin. Ein ideales Vorsorgeprodukt, wie vom Dit angepriesen, sieht Ludewig in diesem Fonds allerdings nicht: „Für die langfristige Altersvorsorge ist der Aktienanteil zu niedrig. Ich würde Anlegern ohnehin empfehlen, jeweils in einen Aktien- und Rentenfonds zu investieren.“ Damit lasse sich flexibler auf geänderte Anlageziele reagieren.

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