Steigender Bargeldanteil
Fonds scheuen Aktien

Die erfolgreichsten Asset-Manager schichten um: Gefragt sind jetzt Cash, Rohstoffe, und Absicherungen. Der Grund: Die Manager blicken skeptisch in die Börsenzukunft. Experten rechnen mit einem Run auf Dachfonds und Mischfonds.

FRANKFURT. Nur wenige Vermögensverwalter haben die starken Aktienverluste im Januar ohne Blessuren überstanden. Wenn doch, dann liegen sie häufig mit ihren langfristigen Wertentwicklungen hinter der Konkurrenz und gelten aus Anlegersicht kaum als erste Wahl für eine dauerhafte und breit angelegte Investition – denn viele von ihnen sind so vorsichtig, dass sie auch die Hausse verpasst haben. „Doch jenseits der Dauerskeptiker gibt es Ausnahmeverwalter, die auch längerfristig überzeugen“, sagt Lars Kolbe, Vorstand von Star Capital. Viele dieser Erfolgreichen sind jetzt skeptisch und haben ihre Depots defensiv ausgerichtet. Optimisten wie Barton Biggs, Leiter des Hedge-Fonds Traxis Partners und ehemaliger Chefstratege von Morgan Stanley, sind in der Minderheit (s. u. „Das ist nicht das Ende ...“).

Die Frage nach „Erfolgsfonds“ stellt sich nicht nur wegen des außergewöhnlichen Kursrutsches im Januar, der je nach Markt ein bis zwei durchschnittliche Aktien-Jahresrenditen vernichtet hat. Der Einbruch könnte nach fünf Jahren Hausse ein weiteres Signal für eine nachhaltige Börsenwende sein. Außerdem wird hierzulande im Jahresverlauf die Abgeltungsteuer in den Blick rücken, die von den Anlegern eine langfristige Festlegung auf ein breit anlegendes Produkt fordert, da Kapitalerträge ab 2009 grundsätzlich versteuert werden. Deshalb rechnen Experten mit einem Run auf Dachfonds, Mischfonds und umfassend investierende Aktienfonds.

Die Auswertung von Star Capital bezieht rund 1 100 Produkte aus jenen Anlagegruppen ein. Diese Fonds sind nach ihrer Fünfjahresperformance und der Januar-Wertentwicklung aufgelistet (siehe „Die Gewinner“). Langfristig erfolgreiche Manager haben trotz teilweise hoher Januarverluste Jahresrenditen um 20 Prozent erzielt. In dieser Gruppe schneidet etwa der vier Mrd. Euro schwere und auf Grundstofftitel ausgerichtete internationale Aktienfonds M&G Global Basics gut ab. „Da erkennt man die Managementqualität von Graham French“, urteilt Kolbe über den Fondsverwalter der britischen Gesellschaft M&G, der unter anderem von der Rohstoffhausse profitiert.

Viele gute Verwalter blicken skeptisch in die Börsenzukunft und haben ihre Strategien darauf ausgerichtet. „Die Großwetterlage bleibt schwierig“, sagt Eberhard Weinberger von der DJE Kapital AG, die das internationale Aktienportefeuille Astra-Fonds betreut. Er beziffert den Cashanteil auf 20 Prozent. „Rund ein Viertel der investierten Mittel stecken in Gold- und Kohleaktien“, ergänzt er.

Sehr skeptisch ist auch Martin Stürner, der als Vorstand der PEH Wertpapier AG die Strippen beim Fünfjahressieger Ideal Invest zieht. „Wir haben am Jahresanfang die Reißleine gezogen, denn die Märkte sind wohl an oberen Wendepunkten“, sagt er. Eine satte Barquote von 40 Prozent hat der Nebenwertefonds; das meiste übrige Geld steckt in australischen Rohstofftiteln.

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