Steuersparmodelle
Streit um Filmfonds spitzt sich zu

Tausende Anleger von Filmfonds müssen um ihre Steuervorteile bangen. Das Bayerische Finanzministerium plant, den Steuersparmodellen ihre Vorzüge zu entziehen. Als Folge drohene Steuernachzahlungen und Renditeeinbußen. Wie jetzt bekannt wurde, treffen die Einschnitte noch deutlich mehr Anleger als zunächst gedacht.

DÜSSELDORF. Weit mehr Filmfondsanleger als zunächst angenommen müssen um ihre Steuervorteile zittern. Das Bayerische Finanzministerium hat nun bestätigt, dass auch sogenannte Garantie-Filmfonds ihre Steuervorteile verlieren sollen. Bei diesen Fonds stellen Banken die Rückzahlung der Anlegergelder zu 100 Prozent sicher.

Auch bei Fonds, die nur einen Teil der Rückzahlung garantieren, gibt es keine Entwarnung. "Ob Fonds mit weniger als 100 Prozent garantierter Rückzahlung betroffen sind, muss im Einzelfall geprüft werden", teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Ein Verlust der Steuervorteile hätte Steuernachzahlungen und Renditeeinbußen zur Folge.

Filmfonds wurden in den Jahren 1998 bis 2005 als sogenannte Steuersparmodelle aufgelegt. Sie gewährten steuermindernde Anfangsverluste in Höhe von 100 Prozent. Das führte dazu, dass Spitzenverdiener für das Beitrittsjahr eine Steuergutschrift in Höhe der Hälfte ihrer Einlage erhielten.

Die nachträgliche Aberkennung von Verlusten bei Fonds ohne 100-Prozent-Garantie würde mehrere Tausend Filminvestoren mit einem Anlagevolumen in Milliardenhöhe treffen. Mit den Vollgarantiefonds sind bereits 50 000 Personen mit 4,3 Mrd. Euro Anlagevolumen in das Visier der Steuerbehörden geraten.

In der vergangenen Woche hatten Emittenten dieser Fonds, Hannover Leasing (HL), KGAL und LHI, ihre Anleger informiert, dass die bayerische Finanzverwaltung überraschend ihre Meinung zu Schuldübernahmen durch die Banken geändert habe. Diese würden nun als sogenannte "abstrakte Schuldversprechen" gewertet. Die Konsequenz für die Kommanditisten (Anleger) der Fonds-KGs: Die Anfangsverluste sinken von 100 Prozent auf zehn bis 30 Prozent.

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