Steuervorteile
Derivate machen Indexfonds noch billiger

Es müssen nicht immer Aktien sein: Auch Derivate versprechen Anlegern Gewinne. Die Voraussetzungen für diese Form der Investitionen sind besser denn je, denn sie profitieren nicht nur von Steuervorteilen, sondern auch von einem verringerten Verwaltungsaufwand.

HAMBURG. Wenn die Manager börsengehandelter Indexfonds (ETF) von Anlegern Geld bekommen, kaufen sie dafür in der Regel Aktien - ebenso wie die Manager traditioneller Fonds. Doch es geht auch anders. "Für einige unserer Angebote existieren sogenannte Swap-Varianten, die ausschließlich in Derivate investieren", erläutert Andreas Fehrenbach vom deutschen ETF-Marktführer Indexchange. Dabei garantiere "eine große deutsche Bank" als Vertragspartner, jederzeit exakt die Performance des vom jeweiligen ETF abgedeckten Marktbarometers zu liefern.

Nach Fehrenbachs Darstellung ergeben sich daraus für den Anleger gleich mehrere Vorteile. "Wir sparen auf der Fondsebene Steuern, das Liquiditätsmanagement verbessert sich, und wir haben weniger Verwaltungsaufwand", zählt der Indexchange-Vorstand auf. Deshalb seien die Swap-Varianten in der Regel mit einer noch niedrigeren Managementgebühr ausgestattet. Weiterer Vorteil: Bis zur Einführung der Abgeltungsteuer Anfang 2009 sind im Anteilspreis der Swap-Varianten enthaltene Dividenden nach Ablauf der zwölfmonatigen Spekulationsfrist steuerfrei.

Die Unterschiede der beiden Anteilsklassen lassen sich auch im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 56 Rohstofffonds ablesen. Dort belegt die Swap-Variante des von Indexchange aufgelegten DJ Stoxx 600 Basic Resources Ex mit einem Wertzuwachs von 42,10 Prozent Rang drei, das Original auf Rang fünf schaffte mit 41,43 Prozent knapp 0,7 Prozentpunkte weniger. Beide Fonds spiegeln die Entwicklung von Unternehmen wider, die in der Rohstoffförderung tätig sind - wie etwa Anglo American, Rio Tinto und BHP Billiton. Allein diese drei Aktien machen knapp 53 Prozent des abgebildeten Indexes aus. Insgesamt sind dort 24 Titel aus der Grundstoffindustrie vertreten, darunter mit Salzgitter und Klöckner zwei deutsche Werte.

"Ein Anleger, der eine dezidiert positive Meinung zu dieser Branche hat, ist mit dem DJ Stoxx 600 Basic Resources Ex oder dem ähnlich investierten ETF Street Tracks MSCI Europe Materials von State Street gut beraten", sagt Detlef Glow, Deutschland-Chef der Ratingagentur Lipper. Anders als bei einem aktiv gemanagten Fonds wisse er genau, in welcher Gewichtung die einzelnen Titel im Portfolio enthalten seien. Dabei weise die Swap-Variante zusätzliche Kosten- und Steuervorteile auf. Völlig ohne Risiko seien diese jedoch nicht erhältlich, wie Glow betont: "Damit holt man sich nicht nur das Aktien-, sondern auch ein Emittentenrisiko im Portfolio." Für den - eher unwahrscheinlichen - Fall, dass der Vertragspartner von Indexchange seine Verpflichtungen nicht erfüllen könne, sei das in der Swap-Variante investierte Geld verloren.

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