Strafe für Insiderhandel
Rajaratnam muss noch mehr Millionen hinblättern

Ein Verbrecher in Nadelstreifen steht erneut vor Gericht: Wegen Insiderhandels ist der Hedgefonds-Gründer Raj Rajaratnam bereits verurteilt. Doch die US-Börsenaufsicht fand, im Strafverfahren sei er zu gut weggekommen.
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New YorkDer größte Fall von Insiderhandel an der Wall Street endet mit saftigen Strafen: Der Hedgefonds-Gründer Raj Rajaratnam war bereits im Oktober zu einer Rekord-Gefängnisstrafe verurteilt werden. Zudem muss er nun 92 Millionen Dollar (66,6 Millionen Dollar) Strafe zahlen. Richter Jed Rakoff begründete die Entscheidung am Dienstag mit der „gewaltigen und dreisten“ Art des Verbrechens, in das Raj Rajaratnam verwickelt gewesen sei.

Bereits zuvor hatte ein anderer Richter den einstigen Milliardär in einem Strafverfahren zur Zahlung von insgesamt 63,8 Millionen Dollar sowie zu elf Jahren Haft verurteilt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft fuhr Rajaratnam bis zu 75 Millionen Dollar (54,2 Millionen Euro) an illegalen Profiten ein. Er soll auf Grundlage von geheimen Informationen gehandelt haben, die ihm von im Wertpapiergeschäft tätigen Freunden und Kollegen zugesteckt wurden. Mit diesem Wissen, so befand die Jury, habe Rajaratnam dann an der Börse spekuliert und Millionenprofite eingestrichen oder Verluste vermieden.

Die US-Börsenaufsicht SEC hatte Rajaratnam in dem Zivilverfahren verklagt. Ihrer Meinung nach hatten er und gut zwei Dutzend Komplizen mehr als 52 Millionen Dollar ergaunert. Richter Jed Rakoff schloss sich nun der Meinung der SEC an, dass Rajaratnam in dem Strafverfahren zu billig weggekommen sei. Nach Angaben der SEC ist es die höchste Strafe, die jemals gegen einen Einzelnen in einem Verfahren der Börsenaufsicht verhängt wurde.

Rajaratnam hatte zu Spitzenzeiten 7 Milliarden Dollar an Vermögen verwaltet - damit war sein Hedgefonds Galleon einer der größten überhaupt. Sein Privatvermögen taxierte das Magazin „Forbes“ 2009 auf 1,5 Milliarden Dollar - damit belegte Rajaratnam Platz 236 auf der Liste der reichsten Amerikaner. In der aktuellen Forbes-Liste taucht er nicht mehr auf.

Bereits im Strafverfahren hatte es harsche Worte gehagelt. „Noch vor zwei Jahren stand Raj Rajaratnam an der Spitze der Wall Street“, sagte US-Bundesstaatsanwalt Preet Bahara nach der Urteilsverkündung am 13. Oktober. Der Fall sei hoffentlich ein Weckruf für alle Wirtschaftskriminellen. „Befolgt das Gesetz, oder Euch steht das gleiche Schicksal bevor wie jenen, die es gebrochen haben“, mahnte Bahara. Der Ankläger hatte sogar mehr als 24 Jahre Haft gefordert, doch mit Rücksicht auf Rajaratnams angeschlagene Gesundheit - er hat Diabetes - sah Bezirksrichter Richard Holwell davon ab.

Agentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wenn es die Gesetze erlauben, soll man den Finanzleuten ruhig ihre hohen Einkommen lassen. Doch wenn diesen Superverdienern ein Fehler oder eine Unregelmässigkeit passiert, dann sollen sie entsprechend ihrem Einkommen büssen. Was sind 15 Millionen Strafe for einen Milliardar? Dass ich nicht lache !! Aber immer haben die Richter Angst vor den Reichen, es ist zum Heulen !

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