Strategie
Euro-Geldmarktfonds setzen auf Fremdwährungen

Die Strategie, auf Dollar lautende Geldmarktpapiere zu kaufen und die Erträge gegen Euro abzusichern, kann je nach Zinsniveau und Währungskonstellation durchaus reizvoll sein. Beim 1,5 Mrd. Euro schweren Schroder SSF Dynamic Reserve (Euro) ging sie in den vergangenen zwölf Monaten jedoch nicht auf.

HAMBURG. Mit einem Zuwachs von 2,29 Prozent per Ende Mai belegt der von Steven Lear betreute Fonds der britischen Schroders-Gruppe unter 130 Angeboten nur Rang 127. Schwierigkeiten gab es vor allem im letzten Monat des Vergleichszeitraums, als der Anteilspreis gerade einmal 0,09 Prozent zulegte. Zum Teil gehen die Probleme auf die Beimischung von nicht mit einem Top-Rating versehenen US-Hypothekenpapieren zurück, die seit Monaten unter Druck stehen. Auch wenn Lear in diesem Segment nach den jüngsten Rückschlägen mehr Chancen als Risiken sieht, will er den Anteil entsprechender Papiere am Portfolio voraussichtlich noch den ganzen Sommer hindurch auf fünf Prozent begrenzen.

„Der Schroder SSF Dynamic Reserve (Euro) wird in Deutschland nicht aktiv vermarktet“, betont Achim Küssner, Geschäftsführer bei Schroders in Frankfurt. Küssner sieht folglich deutsche Kunden von den aktuellen Performance-Problemen nicht betroffen und empfiehlt Kurzfrist-Anlegern als Alternative den Schroder ISF Euro Liquidity. Allerdings: Mit einem Zwölf-Monats-Plus von 2,91 Prozent entwickelte sich auch dieser Fonds leicht unter dem Durchschnitt seiner Kategorie.

Fast einen ganzen Prozentpunkt mehr konnten Anleger in den vergangenen zwölf Monaten mit dem zweitplatzierten Meag Prozins verdienen. Dessen Manager Andreas Moritz investiert zwar zu mindestens 85 Prozent im Euro-Bereich, mischt zur Renditesteigerung aber ebenfalls – meist währungsgesichert – Fremdwährungspapiere bei. „Derzeit sind das vor allem die isländische Krone und der japanische Yen“, sagt Moritz. Während in Island hohe Zinsen und Währungsgewinne lockten, entstehe der Mehrertrag in Japan aus den Absicherungsgeschäften.

„Positiv hat sich angesichts der steigenden Zinsen auch ausgewirkt, dass wir über 90 Prozent des Portfolios in variabel verzinsten Papieren halten“, erläutert Moritz. Bei diesen Floating Rate Notes genannten Titeln seien Kursverluste praktisch ausgeschlossen. Die laufende Verzinsung des Meag Prozins liegt bei 4,26 Prozent.

„Der hohe Anteil an Floatern erlaubt es Käufern des Meag Prozins, schnell an weiter steigenden Geldmarktzinsen zu partizipieren“, lobt Fondsanalyst Sirko Möllmann von der Berliner Weberbank. Damit sei der Meag-Fonds „eine echte Alternative zum Festgeld“.

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