Strategie internationaler Fonds: Globalfonds setzen auf Asien und Rohstoffe

Strategie internationaler Fonds
Globalfonds setzen auf Asien und Rohstoffe

Die Sieger aus dem vergangenen Jahr setzen vor allem auf Aktien aus der zweiten Reihe. Bei denen sind nach ihrer Erfahrung die Bewertungsunterschiede größer. Doch durch die Verwerfungen im Zuge der US-Hypothekenkrise seien auch immer mehr große Standardwerte unterbewertet und damit zunehmend interessant.

HAMBURG. Alex Rauchenstein, Carlos Jarillo und Walter Scherk von der Schweizer Investmentboutique Strategic Investment Advisors (SIA) sind nicht gerade bescheiden: Sie haben es sich zum Ziel gesetzt, mit dem weltweit anlegenden Aktienfonds Long Term Investment Fund Classic langfristig im Jahresdurchschnitt einen Wertzuwachs von mindestens 15 Prozent zu erwirtschaften. Außer im Auflagejahr 2002 ist ihnen dies bislang gelungen. 2007 fiel das Plus mit 32,22 Prozent sogar besonders beeindruckend aus (s. Tabelle).

"Wir waren unter anderem mit deutlich unterbewerteten Minenaktien wie dem kanadischen Kupferproduzenten Quadra Mining erfolgreich", kommentiert Rauchenstein den Spitzenplatz unter 387 global anlegenden Aktienfonds. Gemeinsam mit Jarillo und Scherk filtert er aus weltweit rund 80 000 Unternehmen diejenigen heraus, die vom Markt deutlich zu niedrig bewertet werden. "Im Zuge der Verwerfungen durch die US-Hypothekenkrise gehören dazu auch vermehrt große Standardwerte", erläutert Rauchenstein. Dennoch ist der Fonds derzeit zu 80 Prozent in Nebenwerte investiert. "Generell gibt es keine Beschränkung für die Gewichtung großer Unternehmen, im Regelfall sind die Bewertungsunterschiede jedoch weniger groß als bei kleineren Firmen." Als aussichtsreich stuft das SIA-Team vor allem Ölwerte und Industriemetall-Minen ein.

Auch Fortis-Manager Rolf Stout setzt mit dem zweitplatzierten Fortis L Fund Obam Equity World auf kleine und mittelgroße Unternehmen. "Diese Aktien gehören zum taktischen Portfolio des Fonds, das rund 120 bis 140 Titel umfasst und derzeit mit rund 40 Prozent gewichtet ist", sagt Stout. Er verfolgt mit dem Fonds eine zweigeteilte Strategie: "Wir setzen zum einen auf ein taktisches Portfolio mit einer Haltedauer von durchschnittlich drei bis fünf Jahren und zum anderen auf ein längerfristig ausgerichtetes strategisches Portfolio", erläutert Stout. Mit letzterem Depotbaustein investiert er im Schnitt in rund 60 bis 80 Standardwerte, vorzugsweise Wachstumsunternehmen. Den Wertzuwachs von 29,87 Prozent im vergangenen Jahr führt er vor allem auf das taktische Portfolio zurück, mit dem er einen themenorientierten Ansatz verfolgt: "Wir setzen bereits seit rund drei Jahren erfolgreich auf die Bereiche Rohstoffe, Energie und Asien", so Stout. An diesen Themen will er auch 2008 festhalten. So sieht er auf Länderebene insbesondere in Südkorea und Indonesien Potenzial, aber auch in China: "Trotz des mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22 recht hohen Bewertungsniveaus sehen wir für ausgewählte Aktien nach wie vor Luft nach oben", sagt er.

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