Strategiewechsel
Pimco mag keine US-Staatsanleihen mehr

Der Total Return Fund von Pimco zieht sich weiter aus dem Geschäft mit US-Staatsanleihen und Hypotheken zurück. Zuvor hatte die amerikanische Notenbank ihr Engagement in diesen Gruppen verstärkt.
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New YorkBill Gross hat den Anteil der US-Staatsanleihen im Portfolio seines Total Return Fund im März verringert. Äußerungen der US-Notenbank-Vorsitzenden Janet Yellen hatten in dem Monat zu einem Kursrutsch bei Treasuries mit kürzeren Laufzeiten geführt.

In der Folge hat die Allianz-Tochter Pimco im Total Return Fund ihr Engagement in US-Staatsanleihen und Hypotheken-Papieren den zweiten Monat in Folge abgebaut, wie aus Daten auf der Internetseite der Firma hervorgeht.

Der Anteil der US-Staatspapiere im 232 Milliarden Dollar schweren Total Return Fund sank von 43 Prozent im Februar nun auf 41 Prozent. Der Hypotheken-Anteil wurde um sechs Punkte auf 23 Prozent reduziert – der niedrigste Anteil seit Juni 2011. Der weltgrößte Anleihefonds hat im März laut Bloomberg-Daten 0,6 Prozent verloren.

In beiden Gruppen hat die Fed in den vergangenen Jahren massiv Wertpapiere aufgekauft, um billiges Geld in den Markt zu pumpen und so die Konjunktur anzukurbeln. Derzeit fließen noch monatlich 55 Milliarden Dollar in die beiden Märkte – das Fed-Programm soll aber bis Jahresende schrittweise auslaufen.

Der Laufzeitenbereich ein bis fünf Jahre in der Renditekurve, in dem die Renditen kürzlich aufgrund von Kommentaren der Fed und von Yellen gestiegen waren, „sollte das derzeitige Niveau halten, wenn die Inflation niedrig bleibt“, schrieb Gross in seinem monatlichen Investment-Kommentar. „Aber beim Laufzeitenbereich fünf bis 30 Jahre bestehen Risiken“.

Bei den zweijährigen US-Staatspapieren war die Rendite am 19. März so stark gestiegen wie seit 2011 nicht mehr, nachdem Yellen signalisierte, eine Zinserhöhung könnte sechs Monate nach Beendigung der Anleihekäufe durch die Fed erfolgen.

Gross erhöhte den Anteil der US-Unternehmensanleihen, der Papiere der Güteklasse „Investment grade“ sowie Hochzinsanleihen umfasst, im März im Vergleich zum Vormonat um ein Prozent auf zehn Prozent. Geldmarktanlagen und bargeldähnliche Wertpapiere, die im Februar nicht vorhanden waren, kamen auf fünf Prozent im Portfolio.

Der Anteil der Schwellenländerbonds blieb im März unverändert bei sechs Prozent. Hingegen erhöhte Gross Anleihen aus anderen Industrieländern als den USA von neun auf zehn Prozent.

Für dieses Jahr kommt der Total Return auf einen Zuwachs von 1,63 Prozent und hinkt damit 72 Prozent der vergleichbaren Fonds hinterher. 2013 verloren Investoren mit dem Fonds 1,9 Prozent – so viel wie seit 1994 nicht mehr –, und er schnitt damit schlechter ab als 65 Prozent seiner Konkurrenten. Im März verzeichnete der Total Return den elften Monat in Folge Kapitalabflüsse. Investoren zogen nach Schätzungen des Fondsbeobachters Morningstar 3,1 Milliarden Dollar an Anlagegeldern ab.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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