Strategiewechsel
Sorgenfalten bei Finanziers von Beteiligungsfonds

Die Private-Equity-Häuser beunruhigen ihre Investoren durch einen Strategiewechsel. Institutionelle Geldgeber zeigen sich zunehmend verunsichert. Sie befürchten, dass die Fonds sich in finanzielle Abenteuer stürtzen.

FRANKFURT. So sind drei Viertel der internationalen Investoren darüber besorgt, dass die Manager von Private-Equity-Fonds in neue Strategien oder Regionen investieren könnten, ohne dafür eine ausreichende Expertise zu besitzen. Dies geht aus dem "Global Private Equity Barometer" von Coller Capital hervor.

Dabei zeigten sich vor allem die nordamerikanischen Geldgeber besorgt darüber, dass ihnen wegen des Strategiewechsels niedrigere Erträge zufließen könnten. Der ungezügelte Appetit auf Private Equity bei einem gleichzeitig schwieriger werdenden Investmentklima lasse bei den Investoren zu Recht die Alarmglocken läuten, sagte Jeremy Coller, CEO von Coller Capital.

Der Beteiligungsmarkt leidet vor allem unter den schwierigen Finanzierungsbedingungen für die Deals, weil die Banken seit Mitte 2007 bei den Milliardentransaktionen auf der Kreditbremse stehen. Auch das Stimmungsbarometer des deutschen Branchenverbands BVK und der KfW Bankengruppe hat sich im ersten Quartal 2008 nochmals eingetrübt, hauptsächlich wegen der negativeren Markteinschätzung im Buyout-Sektor.

Er umfasst Käufe von Konzernteilen durch Finanzinvestoren und Übernahmen von Mittelständlern. Während Mega-Transaktionen nach wie vor stocken, stürzen sich immer mehr Beteiligungsfonds auf den Markt für kleine und mittelgroße Übernahmen bis zu einer Mrd. Dollar.

Das von Coller Capital veröffentlichte Barometer sieht ferner ein wachsendes Interesse der Beteiligungshäuser an notleidenden Forderungen (Distressed Debts), an Mischungen aus Eigen- und Fremdkapital (Mezzanine) sowie an Investments im Sekundärmarkt. Das Auftreten der Staatsfonds sehen die Profis mit gemischten Gefühlen. 58 Prozent erwarten ernst zu nehmende Wettbewerber für Private Equity, 80 Prozent rechnen dagegen mit strategischen Partnerschaften beider Gruppen am Markt. Basis des Barometers sind Angaben von 100 Investoren weltweit.

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