Strategiewechsel
Union Investment sieht Rohstoffe kritisch

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre verliert die Fondsgesellschaft Union Investment den Manager ihres "Flaggschiff-Fonds" Uniglobal. Voraussichtlich im Herbst dieses Jahres wechselt Meier zum Oldenburger Vermögensverwalter Loys, für den seit Anfang 2005 auch Bruns arbeitet

HAMBURG. Erst Christoph Bruns, nun Thomas Meier: Zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre verliert die Fondsgesellschaft Union Investment den Manager ihres "Flaggschiff-Fonds" Uniglobal. Voraussichtlich im Herbst dieses Jahres wechselt Meier zum Oldenburger Vermögensverwalter Loys, für den seit Anfang 2005 auch Bruns arbeitet. Bis dahin übergibt er seine Aufgaben schrittweise an Olgerd Eichler, der den Fonds bislang als Co-Manager betreute und den Anlagestil seines Vorgängers beibehalten will.

Dabei lastet ein großer Erwartungsdruck auf Meiers Nachfolger: Rund 4,8 Milliarden Euro schwer, gehört der Uniglobal zu den zehn größten weltweit anlegenden Aktienfonds mit deutscher Zulassung. Bei der Wertentwicklung liegt er mit einem Plus von 29,76 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten derzeit allerdings nur auf Rang 138 von 324 Fonds (Tabelle).

"Die Untergewichtung von Energiewerten hat sich negativ ausgewirkt", räumt Eichler ein. Die Aussichten für den Rohstoff- und Energiesektor beurteilt der Union-Manager vorsichtig: Die Märkte seien bereits sehr gut gelaufen und dürften nur noch wenig Luft nach oben haben. Seine Skepsis begründet Eichler zudem mit steigenden Explorationskosten. Mit 13,5 Prozent des Fondsvermögens ist er in diesen Segmenten derzeit gegenüber dem MSCI World untergewichtet.

Ganz anders bewertet dagegen Graham French die Perspektiven für die Bereiche Rohstoffe und Energie. "Vor allem die große Nachfrage aus China wird den Markt weiter beflügeln", sagt der Manager des M&G Global Basics, der mit einem Wertzuwachs von 44,68 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten das beste Ergebnis unter den zehn größten Globalfonds auf dem deutschen Markt erzielte. Entsprechend seiner positiven Einschätzung ist French mit rund der Hälfte des Fondsvermögens stark in Grundstoffen investiert. Diese hohe Gewichtung kommt allerdings auch durch die Anlagephilosophie des Fonds zustande. Anders als beim Uniglobal, dem grundsätzlich alle Branchen offen stehen, liegt der Schwerpunkt des M&G Global Basics auf diesen Branchen. Nach Einschätzung von Detlef Glow eignet sich der Fonds trotz dieses eingeschränkten Anlageuniversums durchaus als Basisinvestment. "Allerdings kommt er auf Grund der höheren Volatilität im Rohstoff- und Energiesektor eher für risikofreudigere Anleger in Frage", so der Leiter des Fonds-Researchs beim Analysehaus Lipper. Konservativeren Anlegern rät Glow dagegen zum Uniglobal, der breiter aufgestellt und damit weniger schwankungsanfällig sei. Den Managerwechsel wertet er nicht als kritisch. "Union hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie einen solchen Wechsel erfolgreich meistern kann", so Glow.

Autor: Claudia Lindenberg, Der Fonds

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