Strenge Einzeltitelselektion
Europas Nebenwerte glänzen mit guten Renditen

In den vergangenen zwölf Monaten warfen europäische Nebenwertefonds fast durchweg ordentliche Renditen ab. Der Index MSCI Europe Small Cap verbucht auf Jahressicht ein Plus von 16,37 Prozent. Der Durchschnitt der 102 in dieser Kategorie vertretenen Fonds liegt mit 15,88 Prozent nur leicht darunter.

HAMBURG. Den besten Eindruck hinterließ der European Small & Mid Caps von Berenberg. Das überdurchschnittliche Abschneiden erklärt Fondsmanager David Houston damit, dass er die Aktien allein nach ihrer fundamentalen Bewertung beurteilt. "Unser Investmentprozess basiert auf einer strengen Einzeltitelselektion, mit der wir versuchen, Anomalien in der Marktbewertung eines Unternehmens zu unserem Vorteil zu nutzen", erklärt Houston.

"Am Anfang des Prozesses steht die intensive Analyse von Geschäftsmodellen", sagt der Beren-berg-Manager weiter. Ergänzend durchleuchte er mit seinem Team das Management, um schließlich die Nachhaltigkeit der Unternehmensgewinne zu beurteilen. Das Anlageuniversum des Berenberg European Small & Mid Caps besteht ausschließlich aus europäischen Unternehmen, deren Börsenwert unter fünf Mrd. Euro liegt. Dazu zählt unter anderem Prosafe, ein Zulieferer für die internationale Öl- und Gasindustrie. Das norwegische Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 2,4 Mrd. Euro ist mit aktuell 3,41 Prozent des Fondsvermögens der größte Einzeltitel im Portfolio.

Auf sehr viel kleinere Unternehmen setzt dagegen die Nummer Vier auf der Rangliste: Mindestens zwei Drittel der Aktienanlagen des Europe Micro Cap Fund von JP Morgan investiert Fondsmanager Jim Campbell in Gesellschaften mit einem Börsenwert von weniger als 800 Mill. Euro. Jaakko Pövry, ein finnischer Dienstleister für die Forstwirtschaft mit 709 Mill. Euro Marktkapitalisierung, hat gegenwärtig mit 2,5 Prozent des Fondsvermögens den höchsten Anteil.

Nähere Angaben zu aktuellen Investitionen des Europe Micro Cap Fund will die Fondsgesellschaft aber nicht preisgeben. Sollte es in den kommenden Monaten zu weiteren Mittelzuflüssen kommen, erwägt JP Morgan zudem, den aktuell 185 Mill. Euro schweren Fonds für Neuanlagen zu schließen. "Sonst besteht die Gefahr, dass der Anlageansatz des Fonds verwässert", erklärt Marketing-Managerin Annabelle Unger.

Konkurrent Houston gibt sich auskunftsfreudiger. "Auch im Februar hat sich unser selektives Stockpicking ausgezahlt", sagt er. So habe die von ihm gehaltene französische Immobilienaktie Promeo um 16 Prozent zugelegt. Und europäische Nebenwerte böten nach wie vor exzellente Möglichkeiten.

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