Strukturelle Probleme
Anleger sollten in Japan vorsichtig bleiben

Die beschädigten Fabriken werden wieder aufgebaut, und die politische Hilfen vom Staat halten an. Dennoch sollten Investoren in Japan nicht ohne weiteres zugreifen. Denn noch gibt es einige Unwägbarkeiten.
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FrankfurtDer japanische Aktienmarkt bleibt für Investoren schwierig. Zwar hat der Leitindex Nikkei seit der Flutkatastrophe im März über 1.000 Punkte zugelegt, eine zweite Erholungsphase sehen Fondsmanager jedoch nicht. Daran ändert auch nichts, dass die Unternehmen die Folgen der Naturkatastrophe mit Bravour meistern und viele Vermögensverwalter die Aktien trotz der jüngsten Kurserholung für günstig bewertet haben. Belastend bleiben die strukturellen Probleme.

Aussagen von Fondsmanagern vor Ort machen zwar Mut, Signale zum Einstieg sehen indes anders aus. Tadahiro Fujimura, Fondsmanager für den Schweizer Vermögensverwalter Swisscanto in Tokio verweist beispielsweise auf eine Schätzung des japanischen Wirtschaftsministeriums, nach der rund zwei Monate nach Erdbeben und Flutwelle bereits zwei Drittel aller beschädigten Fabriken wieder aufgebaut sind und es bis zum Ende des Sommers 90 Prozent sein werden. Die politischen Hilfsmaßnahmen seien umfangreicher als etwa beim letzten Erdbeben vor sechs Jahren in der Region Kobe.

Deutsche Vermögensverwalter zeigen leichten Optimismus. "Es sieht weniger schwarz aus als befürchtet", sagt Lilian Haag, Fondsmanagerin der Deutsche-Bank-Tochter DWS. Denn die Kosten des Wiederaufbaus sollen nach aktuellen Schätzungen nur die Hälfte der ursprünglich angenommenen Summe betragen. Die DWS hat Japan wieder auf neutral gesetzt, nachdem Haag im März zehn Prozent der Aktien aus ihrem Japan-Fonds verkauft hatte. Japanische Aktien hält sie trotz Kurserholung für günstig. Das Verhältnis Kurs zu Buchwert der Aktien des MSCI Japan-Index beträgt eins im Vergleich zu 1,7 im globalen Index MSCI World.

Victor Moftakhar vom Sparkassenfondhaus Deka findet japanische Aktien sogar erstmals seit 20 Jahren wieder günstig und gewichtet die Titel in verschiedenen Fonds neutral oder leicht höher. "Die Frage ist nun: Ist die japanische Unternehmenslandschaft in der Lage sich zu restrukturieren und ihre Profitabilität zu steigern?", sagt er. Dies fördern könnten seiner Ansicht nach der hohe Wettbewerbsdruck aus China und die steigende Zahl internationaler Aktionäre. "Japanische Aktien können sich in den nächsten zwei bis drei Jahren besser als globale Märkte entwickeln."

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