Strukturiert gemanagte Fonds optimieren das Portfolio
Streuung des Risikos zahlt sich aus

Ein traditioneller Manager setzt in der Regel auf ausgewählte Aktien, Länder oder Branchen und geht große Positionen in seinen Lieblingswerten ein. Das kann zu einer ansehnlichen Wertentwicklung führen, doch wenn er auch nur in einem einzigen Fall falsch liegt, kann der Verlust erheblich sein. Anders ein strukturierter Manager: Er entscheidet sich für eine große Zahl kleinerer Über- und Untergewichtungen und hält das Verlustrisiko bei Fehleinschätzungen auf diese Weise niedrig.

HB DÜSSELDORF. Der Wunsch nach hohen Erträgen bei niedrigem Risiko ist so alt wie die Erkenntnis, dass es zwischen beiden einen Zielkonflikt gibt. Auch ein quantitativer Portfoliomanager kann ihn nicht aufheben, doch wird er stets versuchen, den angestrebten Ertrag mit einem so geringen Risiko wie nötig zu erzielen. Während es einem traditionellen Portfoliomanager vor allem um einen Mehrertrag gegenüber seinen Referenzindex geht, hat ein strukturierter Fondsmanager ein anderes Ziel: Er will das so genannte Information Ratio maximieren, also den Mehrertrag je Risikoeinheit.

Ein traditioneller Manager setzt in der Regel auf ausgewählte Aktien, Länder oder Branchen und geht große Positionen in seinen Lieblingswerten ein. Das kann zu einer ansehnlichen Wertentwicklung führen, doch wenn er auch nur in einem einzigen Fall falsch liegt, kann der Verlust erheblich sein. Anders ein strukturierter Manager: Er entscheidet sich für eine große Zahl kleinerer Über- und Untergewichtungen und hält das Verlustrisiko bei Fehleinschätzungen auf diese Weise niedrig. Damit macht er sich eine Erkenntnis zunutze, die in der Theorie als Grundprinzip des aktiven Fondsmanagements bekannt ist – und erwirtschaftet im Durchschnitt ähnlich hohe Erträge wie sein traditionell ausgerichteter Kollege.

Dazu verfolgt er einen quantitativen, computergestützten Ansatz. Denn er muss nicht nur eine sehr große Datenmenge verarbeiten, sondern auch sicherstellen, dass sich hinter seinen zahlreichen kleinen Über- und Untergewichtungen am Ende nicht vielleicht doch nur wenige große Wetten verbergen: Würden beispielsweise alle 20 im Vergleichsindex enthaltenen Automobilaktien jeweils leicht übergewichtet, handelte es sich nicht um 20 kleine Einzelwetten, sondern um eine einzige großen Wette auf den Erfolg der Automobilbranche insgesamt. Genau das muss ein strukturierter Manager aber vermeiden. Anderenfalls wäre sein Risiko ähnlich hoch wie bei einem traditionellen Ansatz, und der Ertrag pro Risikoeinheit würde deutlich geringer ausfallen als geplant.

Ein Weg, um Korrelationen zwischen den beabsichtigten Einzelwertwetten auszuschließen, ist die von Goldman Sachs entwickelte Black-Litterman- Optimierung unter Nebenbedingungen, die vom Researchteam des Unternehmens Anfang der Neunziger Jahre konzipiert und seitdem ständig weiterentwickelt wurde.

Wie erfolgreich strukturierte Fonds sind, zeigt eine Untersuchung amerikanischer Pensionsfonds, die in Standardwerte investieren. Die Ergebnisse sind eindeutig: In den Jahren 1989 bis 2001 hatten die 561 untersuchten traditionell gemanagten Fonds ein durchschnittliches Information Ratio von 0,05 erzielt, während es bei 64 strukturierten Fonds im Schnitt 0,26 und damit mehr als das Fünffache betrug. Hauptgrund war ein erheblich geringeres Risiko.

Für Privatanleger bedeutet das, dass sie auf strukturierte Fonds nicht verzichten sollten. In Deutschland ist diese Fondsgattung jedoch noch sehr selten. Auch traditionell gemanagte Fonds sollte man berücksichtigen. Wer sein Geld auf zwei unterschiedliche Investmentansätze aufteilt, diversifiziert sein Vermögen noch stärker – und erhält einen größeren Mehrertrag je Risikoeinheit. Was für einen einzelnen Fonds gilt, gilt auch für das Gesamtportfolio: Die Diversifikation macht's.

*Michael Klimek ist Geschäftsführer bei Goldman Sachs Asset Management (GSAM), Deutschland.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%