Studie der Uni Köln
Belohnung wirkt Wunder

Wenn Fondsmanager vom Ertrag ihrer Depots profitieren, schneiden sie laut einer Studie besser ab. Aber der Ansatz hat Tücken.

FRANKFURT. Der Erfolg von Fondsmanagern hängt entscheidend von der Höhe der leistungsabhängigen Bezahlung ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfassende Studie der Universität Köln und des dort angesiedelten Centre for Financial Research. Unter Leitung von Professor Alexander Kempf führte die Forschungsgruppe Gespräche mit 153 Fondsmanagern deutscher Gesellschaften. Diese Verwalter betreuen derzeit 453 Aktien-Publikumsfonds. „Wir wollten feststellen, ob es Eigenschaften gibt, die einen Manager erfolgreich machen“, sagt Kempf. Statistiken belegen, dass nur sehr wenige Fonds dauerhaft eine überdurchschnittliche Wertentwicklung erwirtschaften. Die im Zuge der Befragung erstellte Datenbank ist die umfassendste ihrer Art.

Den Rahmen für Erfolg oder Misserfolg setzt die Investmentgesellschaft. „Eine hohe variable Vergütung hat einen positiven Einfluss“, sagt Kempf. Wie er ausrechnete, liegen 6,3 Prozent der Manager mit 130 000 Euro pro Jahr an der Spitze der fixen Einkommen. In einem Jahr mit guter Leistung überwinden schon 49,2 Prozent der Strategen dank zusätzlicher variabler Gehaltsbestandteile diese Marke.

Am stärksten beflügelt ein erfolgsabhängiger Vergütungsteil die Anlageleistung, wenn er sich auf die Entwicklung des eigenen Portfolios bezieht. „Diese Fonds liefern vergleichsweise höhere Performance“, bestätigt Jochen Kleeberg aus der Praxis. Als Geschäftsführer von Alpha Portfolio Advisors berät er institutionelle Anleger und empfiehlt ihnen deshalb häufig „Anlagegesellschaften mit flachen Hierarchien, Leistungsanreizen für Manager und relativ großen Entscheidungsfreiheiten für die Portfoliolenker“.

Beteiligungen am Erfolg sind allerdings ein zweischneidiges Schwert. Sie können den Fondsmanager zum Eingehen höherer Risiken reizen. „Wenn er mit seinen Wetten Recht behält, bekommt er mehr Geld, wenn er verliert, fehlt die Strafe, weil er nicht am Verlust beteiligt ist“, erläutert Michael Schröder, Leiter des Bereiches internationale Finanzmärkte beim Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim.

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