Studie des BVI
Offene Immobilienfonds stabilisieren Rendite

Wer einen Teil seines Depotvermögens in offene Immobilienfonds investiert, stabilisiert die Rendite seiner Kapitalanlage. Dies ergibt eine wissenschaftlichen Untersuchung im Auftrag des deutschen Fondsverbands BVI. Untersucht wurde dabei der Wert der Anlageklasse in Portfolios privater und institutioneller Anleger.



FRANKFURT. "Positive Renditen offener Immobilienfonds auch etwa in Zeiten von Aktienmarktkrisen tragen zur Verstetigung von Erträgen, zur Diversifizierung der Depots und Reduktion des Risikos bei", sagt Lutz Johanning, Professor an WHU Otto Beisheim School of Management, der die Untersuchung mit leitete.

Ein Anteil offener Immobilienfonds im Depot von gut einem Fünftel verringert demnach das Anlagerisiko eines typischen Privatinvestors demnach um 21 Prozent - bei einer Rendite von 6,3 Prozent im Jahr. Die Wissenschaftler verglichen die Standardabweichung von Portfolios risikoscheuer Anleger mit und ohne Immobilienanteil. Eine Betrachtung typischer institutioneller Portfolios ergab ein ähnliches Bild.



Als Grundlage für die Portfolio-Optimierung diente ein Index mit den offenen Immobilienfonds am Markt, deren Entwicklung für die Jahre 1991 bis April 2008 mit anderen typische Anlagearten verglichen wurde. Demzufolge erzielten offene Immobilienfonds im Durchschnitt stets positive Renditen und entwickelten sich unabhängig vom Aktienmarkt.

Aus der Studie folgert die Fondsbranche "immensen Nachholbedarf an offenen Immobilienfonds" bei institutionellen wie privaten Anlegern, wie BVI-Vorstand Bärbel Schömberg erklärte. Im Mittel macht deren Depotanteil weniger als ein Zehntel aus.

Das Anlageergebnis für den einzelnen hänge an der Manager-Leistung einzelner Fonds, räumt Johanning ein. In der Studie wurde hingegen der Marktdurchschnitt betrachtet. Unabhängige Experten wie Analystin Sonja Knorr von der Agentur Scope erwarten, dass die Renditen offener Immobilienfonds in den nächsten Jahren leicht auf 4,5 bis fünf Prozent im Jahr sinken. Einmaleffekte bedingt durch gute Objekt-Verkäufe liefen aus, begründet sie.

Die zuletzt hohen Kapitalzuflüsse erhöhten die Liquiditätsquoten, was auf die Renditen drücke. Die Finanzkrise dürfte laut Knorr zwar mitunter für Wertberichtigungen sorgen, andererseits suchten Fonds wieder Chancen an Märkten mit eingebrochenen Preisen wie London. Insgesamt hätten die Fonds aus ihrer letzten Krise vor drei Jahren gelernt: Sie arbeiteten aktiver und hätten ihr Risikomanagement verbessert, sagt sie. Die Hälfte der dreißig bewerteten Fonds erhalten von Scope gute Noten. Offene Immobilienfonds verwalten mit 108 Mrd. Euro rund acht Prozent des deutschen Fondsvermögens. 2008 flossen den Fonds über vier Mrd. Euro zu.

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