Studie
Discount-Zertifikate bekommen gute Noten

Der überwiegende Teil der in Deutschland beliebten Discount-Zertifikate hat die Erwartungen der Anleger in den vergangenen Jahren erfüllt. Mit vielen Rabattpapieren konnten Anleger einer Studie zufolge sogar höhere Renditen erzielen als mit Aktien.

rad FRANKFURT. Laut einer Studie der Deutschen Bank, dem neben der Commerzbank führenden Derivate-Emittenten in Deutschland, erzielten von 1999 bis 2006 knapp vier Fünftel ihrer Discount-Papiere eine positive Wertentwicklung. Knapp die Hälfte der Zertifikate entwickelte sich sogar besser als die Aktien oder die Indizes, deren Entwicklung sie abbilden.

Auf Discounter entfallen nach Angaben des Branchenverbandes Derivate Forum zurzeit rund zwölf Prozent des Gesamtvolumens am deutschen Zertifikatemarkt. Der Großteil der rund 25 000 gehandelten Papiere bildet die Kursentwicklung von Aktien ab, der Rest basiert auf Indizes wie dem Deutschen Aktienindex (Dax) oder dem Euro Stoxx 50 sowie vereinzelt auf Rohstoffen. Im Gegensatz zur Direktanlage in Aktien bieten Discounter einen Puffer gegen Kursrückschläge, da sie mit einem Rabatt auf den aktuellen Kurs verkauft werden. Bei stagnierenden oder leicht fallenden Märkten fahren Anleger mit Discountern daher immer besser als mit dem Basiswert. Dafür haben sie an Aufwärtsbewegungen nur bis zu einer fixen Kursschwelle (Cap) teil. In Zeiten stark steigender Börsen entgehen ihnen somit Kursgewinne.

Für ihre Studie hat die Deutsche Bank gut 4 400 eigene Discount-Zertifikate untersucht, die nach dem 4. November 1999 auf den Markt gebracht wurden und bis Ende letzten Jahres ausliefen. Damit fällt sowohl die Baisse nach der Jahrtausendwende als auch die anschließende starke Aufwärtsbewegung in den Untersuchungszeitraum.

Auffällig ist, dass Rabattpapiere auf Einzelaktien Anlegern deutlich bessere Ergebnisse lieferten als Discounter auf Indizes. Während Zertifikate auf den Dax mit einer durchschnittlichen Rendite von 4,8 Prozent deutlich hinter der Entwicklung des Dax (plus 14 Prozent) zurückblieben, lieferten 51 Prozent aller Discounter auf Einzelaktien eine höhere Rendite als der jeweilige Basiswert. Mathias Schölzel, Derivate-Experte der Deutschen Bank, begründet dies mit den unterschiedlichen Strategien, die Anleger mit den Produkten verfolgen: Während Indexpapiere häufig als sicheres Investment mit hohem Rabatt und niedrigem Cap gekauft würden, stehe bei Papieren auf Einzelaktien oft die Rendite im Vordergrund. Gerade in den guten Börsenjahren seit 2003 habe sich die größere Risikobereitschaft ausgezahlt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%