Studie
Fondsmanager setzen auf defensive Aktien

Internationale Vermögensverwalter rechnen mit einer baldigen Erholung der Weltkonjunktur. Das zeigt eine aktuelle Studie der Bank of America Merrill Lynch. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.

FRANKFURT. Die internationalen Vermögensverwalter bevorzugen derzeit Aktien aus defensiven Branchen. Geografisch schauen sie insbesondere auf die Märkte in den Schwellenländern. Das sind die wesentlichen Ergebnisse einer Befragung von 221 Vermögensverwaltern, die in den von ihnen betreuten Portfolios ein Kapital von 635 Mrd. Dollar betreuen. Die Umfrage wurde von Bank of America Merrill Lynch Anfang des Monats durchgeführt.

Auffällig ist, dass viele der Befragten mit einer baldigen Erholung der Weltkonjunktur rechnen. Es gibt ein starkes Vertrauen in eine wirtschaftliche Wende zum Besseren. Rund 79 Prozent der Verwalter erwarten auf Sicht von zwölf Monaten eine freundlichere Konjunkturlage. Nur noch etwa die Hälfte prognostiziert eine andauernde Rezession, wovon im Juni noch 70 Prozent ausgegangen waren.

Etwas mehr als die Hälfte der Manager erwartet eine verbesserte Gewinnsituation bei den Unternehmen. Inflationsängste rücken dank fallender Rohstoffpreise ein wenig in den Hintergrund. Daher halten sich auch die Sorgen vor Zinserhöhungen in Grenzen.

Verwalter, die in mehrere Vermögensformen investieren, haben eine sehr hohe Barquote. Die Übergewichtung bei Aktien ist jetzt geringer als im Vormonat, die Untergewichtung bei Bonds reduziert.

Im Gegensatz zur besseren Einschätzung der Realwirtschaft sind die Verwalter auf der Aktienseite defensiv ausgerichtet. Die durchschnittliche Cashquote in den Portfolios stieg gegenüber der Vormonatserhebung um einen halben Prozentpunkt auf 4,7 Prozent. Die Manager erhöhten den Anteil an Pharmaaktien und ähnlichen defensiven Werten. Spiegelbildlich haben sie die Anteile an konjunktursensiblen Titeln wie Energiewerten reduziert.

In ihrer regionalen Aktienausrichtung setzen die Manager die deutlichsten Akzente in den Schwellenländern. Dagegen sind andere Regionen wie Europa oder USA untergewichtet. Michael Hartnett, Chef-Aktienstratege für Europa bei Bank of America Merrill Lynch, sieht in diesem Verhalten ein Comeback der Abkopplungstheorie.

Die Erwartungen der Investoren tendieren in die gleiche Richtung. Fast die Hälfte aller Verwalter planen, die Emerging Markets noch stärker zu berücksichtigen - obwohl diese Märkte als eher überbewertet eingestuft werden.

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