Studie
Fondsmanager wollen mehr Nachhaltigkeitsberichte

Für Kapitalanlagegesellschaften hat das Thema Nachhaltigkeit von Unternehmen große Bedeutung. Für ein Viertel der Fondsmanager spielt das Thema bei Anlageentscheidungen inzwischen sogar eine sehr wichtige Rolle. Doch lange nicht alle Unternehmen veröffentlichen auch einen Nachhaltigkeitsbericht.
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BERLIN. Das ergab eine dem Handelsblatt vorliegende Befragung der 98 größten Fondsgesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Umfrage brachten die Finanzkommunikationsagenturen CAT Consultants sowie Wolff & Häcker Finanzconsulting AG (WHF) auf den Weg, nachdem ihnen immer mehr Manager sagten, Investoren wünschten öko-soziale Informationen.

„Kunden fragen zunehmend, wie sie Nachhaltigkeit in die Geschäftsberichte integrieren können – selbst dann, wenn sie dem Thema noch reserviert gegenüber stehen“, berichtet Hendrik Wolff, Geschäftsführer von WHF. Dieses Interesse erkläre sich dadurch, dass sich die Aktionärsstruktur zugunsten ausländischer Institutioneller verschoben habe, die sich schon seit Jahren für Nachhaltigkeit interessierten.

Die erste Studie für Deutschland über das Informationsbedürfnis von Investoren und das Informationsangebot seitens der Unternehmen offenbart eine beträchtliche Informationslücke. Mehr als ein Viertel der befragten Häuser antworteten, darunter Allianz, Deka, DWS und Union. Sie decken den Angaben zufolge etwa die Hälfte des Fondsvolumens im deutschsprachigen Raum ab.

Fast 90 Prozent der antwortenden Banker meinen, nachhaltiges Wirtschaften bewirke ein günstigeres Chance-Risiko-Verhältnis für ihre Investition. Zudem sei das Management von Unternehmen mit ausgeprägter Nachhaltigkeitsarbeit glaubwürdiger. Den meisten Fondsmanagern ist die Umweltberichterstattung ausgesprochen wichtig, einem Drittel auch soziale Themen.

Für ein Viertel der Fondsmanager spielt Nachhaltigkeit bei Anlageentscheidungen inzwischen eine sehr wichtige, für weitere 44 Prozent eine eher wichtige Rolle. Fast zwei Drittel der Befragten erwarten, dass der Anteil nachhaltiger Geldanlagen am gesamten Kapitalmarkt in fünf Jahren von derzeit unter fünf auf bis zu 20 Prozent steigen wird.

Die Agenturen analysierten die Nachhaltigkeitsberichterstattung von 122 großen und mittleren deutschen Unternehmen. „93 Prozent der Dax-30-Konzerne bieten Nachhaltigkeitsberichte oder Internetseiten, aber weniger als die Hälfte der M-Dax- und nicht börsennotierten Firmen tut das“, sagt Thilo Tern, Partner von Cat Consultants. Und hierunter gebe auch viele pro-forma-Berichte. „Ernsthafte Berichte enthalten Informationen aus allen Firmenbereichen. Dafür müssen eine Nachhaltigkeitsorganisation aufgebaut und klare Ziele benannt werden. Fundierte, ehrliche und aktuelle Berichte sind vertrauensbildend.“

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