Subprime-Krise
Frankfurt Trust öffnet ABS-Fonds vorerst nicht

Vom Renditeturbo zum Renditekiller: So lassen sich Assed Backed Securities (ABS) mit Blick auf die vergangenen Wochen treffend charakterisieren. Diese forderungsbesicherten Anleihen hatten Fonds wie dem FT ABS Plus regelmäßig eine überdurchschnittliche Wertentwicklung beschert. Nun aber sind sie durch die Krise des US-Hypothekenmarktes zum Belastungsfaktor geworden.

HAMBURG. Das bekam auch Fondsmanager Rainer Gogel zu spüren, der den FT ABS Fonds am 1. Juli übernommen hat: So verzeichnete der Fonds mit minus 0,93 Prozent das schlechteste Monatsergebnis seit zwei Jahren und schneidet damit weitaus schwächer ab die Wettbewerber (siehe Tabelle). Anfang dieses Monats gab der Anteilspreis allein zwischen dem ersten und dem sechsten August noch einmal um 1,84 Prozent nach, woraufhin die Fondsgesellschaft Frankfurt Trust angesichts hoher Mittelabflüsse am gleichen Tag einen Rücknahmestopp verhängte.

Gogel zufolge soll dieser bis auf weiteres beibehalten werden: „Die Krise im so genannten Subprime-Segment des US-Hypothekenmarktes wird voraussichtlich erst Ende dieses Jahres ihren Höhepunkt erreichen“, erläutert der Fondsmanager und verweist auf die dann anstehenden Umwandlung zahlreicher US-Immobilienkredite in variabel verzinste Darlehen: „Da die Zinsen seit dem Abschluss dieser Verträge von rund zwei auf mittlerweile über fünf Prozent gestiegen sind und die Immobilienpreise gleichzeitig eher zurückgegangen sind, ist mit weiter steigenden Kreditausfällen zu rechnen“, erklärt Gogel, den die Krise nicht ganz unvorbereitet traf: „Wir haben den Anteil der besonders anfälligen Papiere bereits im Vorfeld auf rund sieben Prozent des ABS-Volumens im Fonds reduziert, während ihr Anteil am gesamten ABS-Markt bei rund 45 Prozent liegt.“

Auf einen derart starken Einbruch auf den Märkten außerhalb des Subprime-Segments sei er allerdings nicht gefasst gewesen, räumt Gogel ein. Für die kommenden Monate gibt er sich zuversichtlich: „Viele Papiere werden derzeit zu Unrecht mit hohen Abschlägen gehandelt und bieten damit günstige Kaufgelegenheiten.“ Davon profitieren nach Einschätzung von Dirk Arning derzeit auch Fonds wie der drittplatzierte Adireth: „Dieses Cominvest-Produkt mischt in größerem Umfang Firmenpapiere wie zum Beispiel Genussscheine und Wandelanleihen bei, die irrationalerweise ebenfalls in den Sog der US-Hypothekenkrise geraten sind“, erläutert der Mitherausgeber des Informationsdienstes „Fonds im Visier“ in Sankt Augustin. „Sowohl für ABS- als auch für Fonds mit größeren Beimischungen von Firmenanleihen empfiehlt sich derzeit ein antizyklisches Investment.“

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