Subprime
Von schlechten Schuldnern und gefährlichen Hebeln

Welche Folgen hat die Krise am amerikanischen Immobilienmarkt? Welche Gefahren sehen Experten für die nahe Zukunft? Und welche Marktbereiche sind besonders von der Illiquidität betroffen?

Trockener Markt: Infolge der Unruhen am US-Hypothekenmarkt für schlechte Schuldner (Subprime) trocknete der Handel mit darauf basierenden Papieren praktisch aus – der Markt wurde „illiquide“. Kernproblem sind die kleinen Tranchen dieser Papiere, die nicht standardisiert sind, außerdem extrem komplex und damit auch schwierig zu bewerten. Die Papiere können derzeit nur zu Bruchteilen der als fair angesehenen Preise weiterverkauft werden. Damit werden die illiquiden Basispapiere zu einem Problem der in diese Titeln investierenden Portfolios – wie den spezialisierten Investmentfonds. Die Anbieter schließen die Fonds, um nicht hohe Verluste realisieren zu müssen.

Geschlossene Fonds: Als erste erwischte es Hedge-Fonds der Investmentbank Bear Stearns. Ihnen wurde zum Verhängnis, dass sie mit deutlich verstärktem Risiko operierten, so genannten Hebelinvestments. Vor etwa zwei Wochen dann schloss die zum genossenschaftlichen Bankenverbund zählende Union Investment als erster deutscher Anbieter einen Fonds. Es folgtem die zur BHF-Gruppe zählende Frankfurt-Trust und WestLB-Mellon. Sie alle bieten so genannte ABS-Fonds an, die als spezielle Geldmarktfonds verkauft wurden.

Nervöse Anleger: Noch sprechen die Experten vor allem von Problemen im Markt für Subprime-Papiere. Doch die Krise droht sich auf Titel mit höheren Bonitätseinstufungen auszuweiten. Dazu müsste sich die fundamentale Lage am Hypothekenmarkt nicht einmal verschlechtern, es könnten schon nervöse Reaktionen der Anleger, das heißt stimmungsbedingte Verkaufsorders, ausreichen. In diesem Fall würden auch andere Marktbereiche und darin investierende Fonds „angesteckt“.

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