Substanzwerte
Fondsmanager investieren in Technologietitel

Eine historisch niedrige Bewertung lockt Anleger, die besonders auf Substanzwerte spekulieren. Angesichts der zuletzt schwachen Marktentwicklung verwundert dies nicht, wie die Auswertung von Feri Rating & Research unter 88 Branchenfonds zeigt.

HAMBURG. Ausgerechnet auf Substanzwerte (Value) spekulierende Investoren nehmen Tech-Aktien ins Depot. "Seit Mitte 2007 zeigt diese Anlegergruppe verstärkt Interesse an dieser Branche", sagt Jan Richter von der Münchener Analysegesellschaft Fondsconsult. Grund dafür sei die historisch niedrige Bewertung innerhalb des Sektors: "Im Zuge des Schwellenländer- und Rohstoff-Booms sind Technologieaktien aus der Mode gekommen und waren trotz guter Gewinnperspektiven nicht sonderlich gefragt."

Angesichts der zuletzt schwachen Marktentwicklung verwundert dies nicht, wie die Auswertung von Feri Rating & Research unter 88 Branchenfonds zeigt: Nur drei Fonds erzielten in den vergangenen zwölf Monaten einen positiven Wertzuwachs. Am erfolgreichsten war die Euro-Tranche des Vitruvius Growth Opportunities, die ein Plus von 5,24 Prozent erzielte, während die Dollar-Variante mit 6,77 Prozent im Minus lag und damit Rang sechs der Kategorie belegt.

"Die Strategie, je nach Marktlage auch kurzfristig Positionen einzugehen oder aufzulösen, hat sich ebenso bewährt wie die Optionsgeschäfte, die zur Absicherung eingesetzt werden", sagt Luigi Nardella von der Londoner Gesellschaft Belgrave Capital Management, die unter dem Namen Vitruvius eine neun Produkte umfassende Fondsfamilie anbietet. Das aktuell trübe Marktumfeld begründet er unter anderem mit rückläufigen Investitionen seitens der stark angeschlagenen Finanzbranche. Pessimismus sei aber nicht angebracht: "Der Sektor befindet sich mitten im stärksten Produktzyklus seit acht Jahren", sagt Nardella.

Auch Geoff Paton sieht positive Aspekte: "Branchengrößen wie Oracle, IBM und Nokia lieferten Ende 2007 hervorragende Quartalszahlen, der Dämpfer durch sinkende Technologieinvestitionen westlicher Unternehmen sollte durch eine weiterhin starke Nachfrage aus den Schwellenländern zumindest teilweise kompensiert werden", sagt der Co-Manager des auf Rang zehn liegenden Henderson Global Technology Fund. Er sieht vor allem für Unternehmen wie Nokia und Nintendo Potenzial, die von einer steigenden Nachfrage nach Multimedia-Mobiltelefonen und Spielkonsolen profitieren.

Richter zufolge ist die Ausrichtung des Henderson-Fonds im Vergleich zum Vitruvius Growth Opportunities konsequenter auf Anleger zugeschnitten, die von einer positive Entwicklung des Technologiesektors profitieren wollen: "Der taktische Einsatz einer hohen Kasseposition dürfte nicht nach jedermanns Geschmack sein." Die Aussichten für die Branche beurteilt er vorsichtig: "Das günstige Bewertungsniveau ist zwar ein Pluspunkt, aber noch ist nicht absehbar, wie nachhaltig die derzeit noch weitgehend positiven Unternehmensdaten sind."

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