Talfahrt der US-Währung
Dollar verdirbt globalen Rentenfonds die Erträge

Mit weltweit anlegenden Rentenfonds war in den vergangenen Jahren kaum Geld zu verdienen. Weil die gängigen Vergleichsindizes zu 40 Prozent oder mehr aus Dollarpapieren bestehen, fraß die 2002 einsetzende Talfahrt der US-Währung nahezu alle Mehrerträge auf, die Titel aus Australien, Skandinavien oder Osteuropa gegenüber Euro-Anleihen einbrachten. Im Durchschnitt brachte diese Vergleichsgruppe den Anlegern deshalb in den vergangenen zwölf Monaten gerade einmal einen Ertrag von 0,42 Prozent, und auch über drei Jahre sieht es kaum besser aus.

HAMBURG. Wer den Dollar konsequent mied, konnte allerdings durchaus attraktive Erträge erzielen. Das hat Karel de Cuyper eindrucksvoll bewiesen. Der Manager des KBC Bonds High Interest der belgischen Kredietbank liegt über beide Zeiträume in der Spitzengruppe. „Wir wollen mit unserem Portfolio eine Mehrrendite gegenüber Bundesanleihen von mindestens 50 Basispunkten erzielen und sind dabei an keine Benchmark gebunden“, umschreibt de Cuyper das Ziel. Auf der Suche nach den interessantesten Papieren orientiert er sich an einem Modell, das die Chancen und Risiken einzelner Märkte anhand verschiedener Kennzahlen gegeneinander abwägt. Wichtigstes Kriterium ist dabei die Kreditwürdigkeit: „Wir kaufen nur Papiere, die mindestens über ein A-Rating verfügen.“

Bis vor kurzem gehörten ungarische Forint-Anleihen, die Ende 2004 knapp 20 Prozent des Portfolios ausmachten, zu de Cuypers Favoriten. Aktuell sind es nur noch zehn Prozent, und auch den Anteil anderer Hochzinswährungen hat er deutlich reduziert. „Der Risikoappetit der Anleger hat spürbar nachgelassen, und ich erwarte bis auf weiteres keine Trendwende“, gibt sich der Kredietbank-Manager vorsichtig. Damit rücken erstmals seit langem wieder US-Anleihen in seinen Fokus: „Der Renditeunterschied gegenüber dem Euro ist durchaus interessant.“ Den seit März bestehenden Dollaranteil von fünf Prozent will de Cuyper deshalb noch leicht ausbauen.

Unverändert skeptisch gegenüber US-Papieren eingestellt ist dagegen Bernd Früh. Der Berater des BW-Renta International Universal setzt statt dessen lieber auf Staaten ohne gravierende Haushaltsprobleme, wie Schweden, Norwegen und Kanada. Osteuropa-Anleihen gehören dagegen ebenso wenig zum Anlageuniversum wie Wandelanleihen oder Genussscheine. Die gute Performance der vergangenen Jahre verdankt Früh deshalb außer der vergleichsweise hohen Gewichtung von Euro-Titeln vor allem seinem Mut, gegen den Trend auf Langläufer zu setzen. Diese Positionierung will er beibehalten, er sehe keine Anzeichen für eine nachhaltige Zinswende.

„Wer mit einem globalen Rentenportfolio Erfolg haben will, darf nicht zu eng an einem Vergleichsindex kleben", urteilt Thomas Portig mit Blick auf den US-Dollar. Diese Voraussetzung erfüllen nach Meinung des Leiters des Fondsanalyse-Teams von H.C.M. Capital Management beide Angebote.

Quelle: Handelsblatt

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