Technologietitel sind für manche Experten zu stark gestiegen
Aktienfonds für kleine deutsche Werte machen Boden gut

Bei den besten Aktienfonds für deutsche Nebenwerte treffen Welten aufeinander. Teilweise stehen fast ausschließlich die preiswerten Substanzwerte aus MDax und SDax im Mittelpunkt der Anlagestrategie, in anderen Fällen die Überlebenden des ehemaligen Nemax, jetzt Tec-Dax.

HB/vwd FRANKFURT/M. Verfechter des Substanzansatzes ("Value") ist etwa Carsten Maser, verantwortlich für den SM-Aktienfonds I-BWK. Der Fonds liegt dank eines Zwölfmonats-Wertgewinns per Ende Juni von 1,03 % auf Rang sechs unter 28 Konkurrenten.

Reiner Pfeifferling managt den Postbank Dynamik Innovation, der wie viele deutsche Aktienfonds mit Schwerpunkt auf Wachstumswerten in den letzten Wochen rasant Boden gut machte und im Zwölfmonatsvergleich mit einem Minus von 5,36 % auf dem zehnten Platz liegt.

Beide Strategen bezeichnen sich als Stock-Picker, die ihre Investitionsentscheidungen nach den jeweiligen Qualitäten der einzelnen Unternehmen treffen. Ausschlaggebend für Pfeifferling ist, "dass eine Firma innovative Produkte bietet und bereits Gewinn macht bzw. dieser bald zu erwarten ist". Masers Favoriten hingegen stammen grundsätzlich nicht aus der "Hoffnungsabteilung, sondern sind schon seit Jahren profitabel". Er orientiert sich nach eigenen Angaben strikt an den Fundamentaldaten wie Kurs/Gewinn- oder Kurs/Buchwert-Verhältnis.

"Anleger, die mit einem zügigen Aufschwung rechnen, sollten jetzt Wachstumswerte kaufen. Denn die laufen dann am besten", ist Postbank-Stratege Pfeifferling überzeugt. Doch weil die Kurse in jüngster Zeit ein sonniges Szenario vorweg genommen hätten, drohten vor allem Technologieaktien bei nur kleinen Umsatz- und Gewinnenttäuschungen erhebliche Kursrückschläge. Das räumt selbst Wachstums-Manager Pfeifferling ein. "Bei einigen Tech-Titeln sind die Intensität und Schnelligkeit der Kursgewinne sehr beachtlich", meint der Fondsmanager. Der Markt habe zum Teil übertrieben.

Pfeifferling ist vor allem von hiesigen Internetanbietern wie T-Online, United Internet und auch Freenet angetan. "Das Business-Modell funktioniert, die Unternehmen verstehen ihre Geschäfte und sind profitabel", sagt er. Substanz-Investor Maser sagt: "Günstiger als momentan können Investoren wohl nie mehr an deutsche Qualitätsfirmen kommen." Zu seinen Lieblingen zählt er die Autozulieferer Elring Klinger und Leoni, den Bauwert Bilfinger sowie den Weingroßhändler Hawesko.

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