Telekom-Werte punkten in Schwellenländern
Fondsmanager schätzen Wachstumsmärkte

Angesichts der schlechten Kursentwicklung der T-Aktie in den vergangenen Jahren verblüfft das Urteil, das die Fondsmanager Ben Hauzenberger von Swisscanto und Bruno Lippens von Robeco fällen: "Der ehemalige Chef der Deutschen Telekom, Kai-Uwe Ricke, hat seinen Job gar nicht schlecht gemacht." Zulegen dürften die Telekom-Werte aber trotzdem. Das "Wie" liefern sie auch gleich mit.

HAMBURG. Ricke habe ein schwieriges Marktumfeld gehabt und versucht, daraus das Beste zu machen, sagen beide einhellig. "Viele Probleme der Deutschen Telekom kamen daher, dass das Unternehmen früher eine marktbeherrschende Stellung hatte und nun in einem hart umkämpften Markt agiert", sagt Lippens, dessen Fonds Robeco Telecom Services Equities im jüngsten Zwölfmonatsvergleich von 32 Telemedien-Fonds den siebten Platz belegt (s. Tabelle). Die T-Aktie hat Lippens derzeit mit 3,3 Prozent und damit gegenüber seinem Vergleichsindex in etwa neutral gewichtet.

"Die größte Herausforderung für Rickes Nachfolger René Obermann ist es, sich mit den Gewerkschaften zu einigen, um die Unternehmenskosten zu senken", sagt der Robeco-Manager. An dieser Aufgabe sei nämlich sein Vorgänger gescheitert. Nur mit niedrigeren Kosten sei es für das Unternehmen möglich, die Gewinne trotz gesunkener Marktanteile und Umsätze zu halten oder sogar zu steigern.

Sein Konkurrent Ben Hauzenberger fordert dagegen Expansion. "Die Telekom sollte sich mehr auf die Schwellenländer konzentrieren, weil dort noch hohes Wachstum erreichbar ist", sagt der Swisscanto-Manager. Ricke habe sich zu stark auf den schon gesättigten US-Markt konzentriert und dort viel Management-Kapazität gebunden. Obermann müsse neue Prioritäten setzen. Als positiv wertet Hauzenberger, dass der neue wie auch schon der alte Telekom-Chef aus der Mobilfunksparte kommt. Die sei nämlich weit lukrativer und zukunftsträchtiger als das Festnetzgeschäft.

Hauzenberger erreichte mit seinem Swisscanto Equity Fund Telecommunication in den vergangenen zwölf Monaten ein Plus von 13,09 Prozent und liegt in der Feri-Auswertung auf dem zehnten Platz. Derzeit favorisiert er Unternehmen, die jetzt schon einen Fuß in den Schwellenländern haben. "Vodafone steigt gerade in den indischen Mobilfunkmarkt ein, und die spanische Telefonica ist sehr stark in Südamerika engagiert", sagt er und nennt als weiteres Beispiel die norwegische Telenor, die in Russland, Kasachstan und Bangladesch vertreten sei. Vodafone stellt mit einem Gewicht von 8,9 Prozent Hauzenbergers drittgrößte Fondsposition. Die Spanier liegen mit 9,5 Prozent sogar an erster Stelle, und auch die Telenor-Aktie gehört mit einem Anteil von 3,6 Prozent noch zu den zehn größten Beteiligungen. Die Deutsche Telekom hat der Swisscanto-Manager dagegen derzeit mit einem Anteil von drei Prozent im Vergleich zur Benchmark ebenfalls neutral gewichtet.

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