Telemedienfonds
Medientitel verderben die Fondsperformance

Zwischen den Branchen Telekommunikation und Medien gibt es zwar viele Überschneidungen, doch entwickelten sich die beiden Marktsegmente in den vergangenen zwölf Monaten extrem gegenläufig. Das zeigt der Vergleich der Telemedien-Fonds durch Feri Rating & Research.

HAMBURG. Dort finden sich auf den vorderen Plätzen durchweg börsengehandelte Indexfonds, die europäische Telekom-Indizes abbilden. Reine Medienfonds verloren dagegen bis zu 26,33 Prozent.

Der anhaltende Schwäche des Mediensegments konnte sich auch der Deka Telemedien nicht entziehen. Der von der Sparkassentochter Deka aufgelegte Fonds erzielte mit einem Minus von 16,42 Prozent das fünftschlechteste Ergebnis. Mit einem breiteren Anlagespektrum will Deka-Manager Ralf Dietl den Fonds wieder nach vorn bringen. "Wir setzen seit Jahresbeginn zunehmend auf Schwellenländer und Internet-Medienwerte, dementsprechend wurden die Vergleichsindizes für den Fonds zu Jahresbeginn geändert", sagt er.

Bislang dienten ihm der MSCI World Telecom und der MSCI World Media mit einer Gewichtung von jeweils 50 Prozent als Messlatte. Nun orientiert sich Dietl an den breiter aufgestellten All-Countries-Indizes zu beiden Branchen, wobei der Media-Index nun mit 40 Prozent gewichtet wird. Für besonders erfolgversprechend hält Dietl Aktien, die in den mit zehn Prozent gewichteten Subindizes Home Entertainment und Internet Software Services gelistet sind. Innerhalb des Telekomsegments sieht er das größte Potenzial vor allem bei Europa- und Schwellenländer-Titeln.

Letztgenannte Aktien machen nahezu das gesamte Portfolio des Fidelity Telecommunications aus, der mit einem Minus von 0,40 Prozent Rang acht seiner Vergleichsgruppe belegt. An dieser Ausrichtung will Torsten Achtmann festhalten, der den Fonds Anfang Januar von Teera Chanpongsang übernommen hat. Er sieht vor allem in China, Russland, Südafrika und Indien Potenzial. Der neue Fidelity-Manager steht unter hohem Erwartungsdruck: Bisher wurde der Fonds von Feri mit der Höchstnote A bewertet, nun hat die Analyseagentur ihn auf die Beobachtungsposition "Under review" (UR) gesetzt. "Diese Phase dauert im Schnitt rund ein Jahr", sagt Feri-Analyst Köchling, der die Ausrichtung des Fonds auf Schwellenländer für dynamischer hält. "Im Telekomsektor herrscht auf den etablierten Märkten ausschließlich Verdrängungswettbewerb, Wachstum ist fast nur noch in diesen Ländern möglich", so Köchling. Deshalb sieht er die Neuausrichtung des Deka Telemedien positiv, erwartet aber angesichts des Medienanteils auch für 2008 eher durchwachsene Ergebnisse.

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