Templeton hält an unpopulären Branchen fest
Vermögensbildungsfonds I der DWS macht Boden gut

Seit Klaus Kaldemorgen 1995 den DWS Vermögensbildungsfonds I übernahm, hat er nicht nur das Volumen dieses global anlegenden Aktienfonds von fünf Mill. Euro auf 7,3 Mrd. Euro gesteigert, sondern auch in acht von zehn Jahren seinen Vergleichsindex MSCI World geschlagen. Das erste Jahr, in dem dies gründlich misslang, war ausgerechnet 2005.

HAMBURG. "Der Fonds war über weite Strecken gegen einen fallenden Dollar abgesichert, das allein hat rund vier Prozentpunkte gekostet", blickt Kaldemorgen zurück. Zudem misstraute der DWS-Manager zeitweise dem stürmischen Aufschwung der Weltbörsen und hielt im Durchschnitt fünf bis zehn Prozent des Portfolios als Barreserve.

In den ersten vier Wochen des neuen Jahres erzielte der Vermögensbildungsfonds I dann allerdings unter den zehn Schwergewichten seiner Kategorie das mit Abstand beste Ergebnis. Dadurch kämpfte er sich im aktuellen Zwölf-Monats-Vergleich bis auf 0,31 Prozentpunkte an den Index heran (Tabelle). "Auf Sektorenebene haben sich vor allem die Beteiligungen im Energie- und Grundstoff-Bereich sehr gut entwickelt", sagt Kaldemorgen. Auch der auf fünf Prozent angehobene Brasilien-Anteil habe einen wichtigen Beitrag geleistet. Allen drei Segmenten billigt der DWS-Manager auch in den kommenden Monaten überdurchschnittliches Potenzial zu, während er seine Beteiligungen in Japan seit Jahresbeginn wieder etwas reduziert hat. Größter Einzelwert mit knapp vier Prozent des Fondsvermögens bleibt die Aktie der Deutschen Post.

Anders als beim DWS Vermögensbildungsfonds I hat sich beim Templeton Growth und beim Templeton Growth (Euro) der 2005 entstandene Abstand zum MSCI World im Januar weiter vergrößert. Auf Sicht von zwölf Monaten belegt die Euro-Variante unter den insgesamt 367 Fonds der Kategorie deshalb nur noch Rang 295. "Im aktuellen Umfeld sind riskantere Anlagen auf kurze Sicht immer noch am ertragreichsten", sagt Templeton-Manager Murdo Murchison.

Statt "teuren Aktien mit höheren Risiken nachzulaufen", setzt Murchison weiter auf unpopuläre und aus seiner Sicht unterbewertete Titel. Prominent im Portfolio vertreten sind derzeit unter anderem Medienunternehmen wie Newscorp, Time Warner und Reed Elsevier, aber auch Telekomfirmen wie Vodafone, France Télécom und der japanische Mobilfunkanbieter KDDI. Auch Papierproduzenten wie den südafrikanischen Sappi-Konzern schätzt der Templeton-Manager weiter als aussichtsreich ein, während er bei einigen kleineren Öl- und Ölservice-Unternehmen wie Noble Corp Gewinne mitgenommen hat. Murchison: "Zu viele Anleger halten die Rohstoff-Story für eine Einbahnstraße. Die meisten der erwarteten positiven Entwicklungen für diesen Sektor sind jedoch bereits in den aktuellen Kursen eingepreist."

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