Thema Reits: Anbieter könnten Immobilien auslagern: Immobilienfonds wollen Risiken besser steuern

Thema Reits: Anbieter könnten Immobilien auslagern
Immobilienfonds wollen Risiken besser steuern

Die Reit-Lobbyisten von der Initiative Finanzplatz Deutschland (IFD) plädieren dafür, dass es offenen Immobilienfonds möglich sein soll, Teile ihres Immobilienvermögens in Reits einzubringen.

rrl DÜSSELDORF. Kritiker dieses Vorschlags befürchten, dass die steuerbegünstigten Immobilienaktiengesellschaften zur Entsorgung von Schrottimmobilien missbraucht werden könnten. Deutsche-Bank-Manager und IFD-Vordenker Klaus D. Droste hält dagegen: „Versuchen Sie mal, an der Börse Schrott zu verkaufen.“

Wahrscheinlicher ist, dass Fonds ihre Portfolios mit Hilfe von Reits steuern, etwa um Risikohäufungen zu vermindern. Ein Szenario: Mehrere Fonds bringen einige ihrer deutschen Büroimmobilien in einen Reit ein, an dem sie dann in Höhe der eingebrachten Immobilienwerte beteiligt sind. Über den Verkauf der Reit-Anteile an der Börse verringern die Fonds das Klumpenrisiko „deutsches Bürogebäude“. Zurzeit leidet die Rendite vieler Immobilienfonds unter dem hohen Portfolioanteil deutscher Bürogebäude.

Ein solcher Reit wäre zwar vollkommen vom deutschen Bürohausmarkt abhängig. Doch Erfahrungen aus den USA zeigen, dass Investoren fokussierte Reits schätzen, weil sie durch den Kauf unterschiedlicher Reits ihr Portfolio selbst strukturieren können.

Was für Reinhard Kutscher, Vorstand der Difa Deutsche Immobilienfonds AG, ein gangbarer Weg der Portfolio-Steuerung ist, wird von Barbara Knoflach, Geschäftsführerin der SEB Immobilien-Investment GmbH, abgelehnt: „Die Ausgliederung von Teilen eines Portfolios ist theoretisch denkbar, aber in der Praxis wird es schwer sein, mehrere Partner unter einen Hut zu bekommen.“ Zudem zieht es Knoflach vor, Immobilien direkt, also ohne Umweg über einen Reit zu verkaufen.

Bislang erlaubt das Investmentgesetz allerdings nur die Beteiligung an Gesellschaften mit maximal drei Objekten. Sofern der Fonds die Gesellschaft nicht beherrscht, darf der Anteil der indirekt gehaltenen Objekte am Sondervermögen 20 Prozent nicht übersteigen.

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