Top-Down-Ansatz
Manager schätzen amerikanische Finanzwerte

Viele Fondsgesellschaften lassen ihre Produkte extern managen, um sich spezielle Fachkenntnis ins Haus zu holen. Auch die Commerzbank-Tochter Cominvest entschied sich 2004 für den bereits 1989 aufgelegten Fondamerika für diesen Schritt. Gelohnt hat sich diese Entscheidung allerdings nicht.

HAMBURG. Der Fondamerika entwickelte sich im Vergleich zur Konkurrenz enttäuschend; das Volumen schmolz nach dem Höchststand von rund 235 Mill. Euro Ende 2000 bis Ende vergangenen Jahres auf rund 40 Mill. Euro zusammen. Angesichts dieser Entwicklung hat die eigentlich eher auf die Anlageregionen Europa und Deutschland fokussierte Gesellschaft Ende 2006 die Notbremse gezogen und lässt den Fonds nun wieder hausintern managen. Seit seiner Übernahme vor gut drei Monaten konnte Cominvest-Managerin Karin Peters allerdings noch nicht viel Boden gutmachen; so liegt der Fonds im aktuellen Zwölfmonatsvergleich von Feri Rating & Research unter 261 Nordamerika-Produkten mit einem Minus von 13,25 Prozent derzeit noch auf einem enttäuschenden fünftletzten Platz.

"Unter anderem hat eine starke Gewichtung von Energietiteln bis Ende letzten Jahres die Wertentwicklung beeinträchtigt", erläutert Peters. Die Gewichtung dieser Branche hat sie seit Ende 2006 zugunsten von Finanzwerten deutlich heruntergefahren; aktuell liegt sie bei rund zehn Prozent. "Wir setzen nun auf den Top-Down-Ansatz, bei dem die Einschätzung der Marktchancen auf Branchenebene im Vordergrund steht", sagt Peters. Bislang sei der Fonds nach dem Bottom-up-Ansatz gemanagt worden, bei dem die Einzeltitelanalyse im Mittelpunkt stehe.

Nach dieser Strategie geht auch M&G-Manager Aled Smith vor, allerdings weitaus erfolgreicher als die bisherigen Berater des Fondamerika: So belegt der von ihm betreute American Fund mit einem Wertzuwachs von 3,67 Prozent Rang acht seiner Vergleichsgruppe. "Viele der im Portfolio enthaltenen Titel wie zum Beispiel Freescale Semiconductor und ATI Technologies profitierten von Übernahmeaktivitäten im Technologiesegment", erklärt Smith, der wie Peters derzeit Finanztitel zu seinen Favoriten zählt.

Nach Einschätzung von S&P-Analyst Heiko Nitzsche gehört das M&G-Produkt zu den besten seiner Kategorie: "Obwohl Smith erst seit zwei Jahren auf US-Aktien spezialisiert ist, zeigt er bei der Titelauswahl ein sehr gutes Gespür für chancenreiche Aktien." Dementsprechend gut fällt die Note für den Fonds aus: So bewertet S&P ihn aktuell mit dem zweitbesten Rating "AA". Auch der Fondamerika konnte sich bis 2002 mit dieser Note schmücken. "Derzeit ist der Fonds von einer solchen Bewertung allerdings weit entfernt", sagt Nitzsche. Pikant: Ausgerechnet S&P hatte das Beratungsmandat für diesen Fonds von 2004 bis 2006 inne.

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