Transferrechte
Fußballer im Visier von Hedge-Fonds

Hedge-Fonds entdecken den Profifußball und spekulieren auf einen steigenden Wert von Spielern. Der europäische Fußballverband Uefa will die Geschäfte unterbinden.
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FrankfurtNicht nur Kühe, Schweinebäuche oder das Wetter - auch der Marktwert von Fußballstars weckt die Begehrlichkeit von Hedge-Fonds. Das Prinzip: Der Hedge-Fonds sichert sich einen Anteil an den zukünftigen Transfererlösen eines Spielers und setzt auf einen steigenden Marktwert. Als ein Drahtzieher gilt Doyen Capital, einer der größten Hedge-Fonds weltweit.

Dabei erwirbt der Hedge-Fonds einen Anteil an den Transfer-Rechten eines Spielers über die auf Malta ansässige Doyen Sports Investments und bekommt bei einem späteren Verkauf einen Teil der Ablösesumme.
Der in London beheimatete Hedge-Fonds hat im Mai auch einen Vertrag mit Neymar da Silva Santos Júnior geschlossen. Er sieht vor, dass der Fonds die Werbeverträge des Fußball-Stars außerhalb Brasiliens verwaltet.

Der Fonds garantiert Neymar einen Mindestbetrag. Er wird zudem Einnahmen mit ihm teilen, wie es aus informierten Kreisen hieß.

Hinter dem Hedge-Fonds stehen einflussreiche Geldgeber: Die Familien von Tevfik Arif, Gründer von Bayrock, und Fettah Tamince, Vorstandschef von Rixos Hotels, investieren über Doyen in Fußball, Energiehandel und andere Bereiche, wie Bloomberg aus informierten Kreisen erfuhr. Zu den Managern des Fonds gehört nach Informationen von Bloomberg der Sohn von Arif.

Die Uefa will die Geschäfte unterbinden. Sie befürchtet, dass es zu Störungen auf dem drei Milliarden Dollar schweren Transfermarkt kommt. Der Fußballverband Fifa untersucht gerade das Investment-Modell, das seine Ursprünge in Südamerika hat.

Nicht zuletzt aus diesem Grund hat der Fonds versucht, im Hintergrund zu bleiben. Das zumindest sagt Sandalio Gomez, Professor an der IESE-Hochschule in Madrid. Sie wird auch von Fußball-Managern besucht. „Die Investoren wollen nicht in die Kontroverse geraten, die ihr Investment durcheinanderbringen könnte“, sagte Gomez gegenüber Bloomberg News.

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  • Darauf hat die Fuballwelt gewartet. Ist doch klar, schneller, weiter, höher, warum der Fußball da außen vor sein soll, wo es in aller Regel, um "Synergien" beim "rolling over" stetiger Steigerung von Transfers, jährlich, halbjährlich und manche Verträge durch Ausleihe gerade dem Vorschub leisten.

    Oh Bosman, das damalige Urteil hat die Welt verändert. Nun mit den HedgeFonds wird, falls keine Bremsen mehr wirken wollen, fast komplett zusammen gekauftes "Spielermaterial" demnächst auch den Einzug in die Nationalmannschaften Einzug halten.

    Vorreiter sind hier diejenigen, welche heute schon mit dem Pass die Vorlage bekamen, sich dem "meistbietenden" anzubiedern.

    Die Würde des Menschen ist unantastbar. Nach Radfahrern sind nun die Fußballer in dieser Situation immer noch unantastbar, aber nicht wirklich, weil weniger eine Frage der Ethik, als des schnöden Mammons. Dem wird nur die Masse, die gerne auch von "hochrangigen" Politikern aufgesucht wird.

    Wo korrumpiert, wird Korruption zur Steilvorlage. Und die Politiker haben offensichtlich aus täglichem Manöver in dieser Richtung nichts, bis gar kein Wissen.

    Der Fall Blatter spricht hier noch nicht einmal Bände, Samaranch wird gerne vergessen, doch auch hier gibt es immer nur Steigerungen. Ein kräftiger Schluck aus der Pulle, manche bekommen dafür eine Uhr und wissen wirklich mit der ZEIT nichts anzufangen.

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