Transparenz-Offensive
Hedge-Fonds in neuer Verpackung

Mit einer Transparenz-Offensive versuchen Hedge-Fonds, einer härteren Regulierung den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die bisher unregulierten Kapitalsammelstellen wagen sich dabei immer mehr in die regulierte Welt der Publikumsfonds.
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LONDON. Die Aufsichtsbehörden dies- und jenseits des Atlantiks wollen mit einem strikteren Regelwerk für mehr Transparenz und Liquidität bei Hedge-Fonds sorgen. Zahlreiche Skandale haben nicht nur am Image dieser Finanzinvestoren gekratzt, sondern auch die Schwächen dieser Anlageklasse schonungslos offen gelegt. In der Vergangenheit waren erfolgreiche Hedge-Fonds-Manager nicht bereit, ihre Arbeit gegenüber ihrer Klientel transparent zu machen. Die Investments dieser Kapitalpools wurden oft als "Black-Box-Modell" bezeichnet, weil Details über Anlagestrategien und Portfolio-Dispositionen verborgen blieben.

Anleger fordern Transparenz

Nachdem Hedge-Fonds in der Krise zum einen ihre Rendite-Versprechen nicht einhalten konnten und einige Manager in betrügerische Skandale verwickelt waren, hat sich die Situation umgekehrt. Kaum ein institutioneller Anleger ist heute bereit, Hedge-Fonds Kapital anzuvertrauen, wenn diese nicht eine umfassende Transparenz und eine bessere Liquidität bieten.

Unter dem Druck der kommenden schärferen Regulierung sucht die Branche nach Wegen, den Anforderungen von Kunden und Aufsichtsbehörden zu entsprechen. Vor allem zwei Konstruktionen machen in der Transparenz-Offensive der Branche derzeit von sich reden: UCITS-III-Fonds und Managed-Accounts. UCITS-III ist eine EU-Richtlinie, die Anforderungen an Investmentfonds und die Verwaltungsgesellschaften definiert. Sprich: Die Fonds sind reguliert.

Und so drängen immer mehr Alternativ-Investment-Anbieter in die regulierte Fondswelt. Hedge-Fonds-Strategien werden dabei in Publikumsfonds verpackt. Getrieben wird dieser Trend unter anderem von institutionellen Investoren, die wegen bestehender Restriktionen nicht oder kaum in Hedge-Fonds-Strategien investieren können. Durch die Nutzung von Fondsmänteln in UCITS-III-Konzepten werden diese Restriktionen aufgehoben. "Wir kommen mit solchen Vehikeln den Wünschen unserer Kunden entgegen", sagt Peter Clarke, Vorstandschef der weltgrößten Hedge-Fonds-Firma Man Group .

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