Transparenz und Informationen
Beteiligungsbranche sucht die Öffentlichkeit

Die Private-Equity-Branche will ihre Scheu gegenüber der Öffentlichkeit ablegen und mehr Informationen frei zugänglich machen. „Unser Ziel muss es sein, am Ende so transparent zu werden wie die Aktienmärkte“, sagte der Vorsitzende des europäischen Branchenverbandes EVCA, Javier Loizaga.

pk FRANKFURT. Dies müsse auch die Renditen der Beteiligungsfonds und die Vergütungen für die Private-Equity-Manager einschließen. Der Verband arbeite an Richtlinien für die Veröffentlichungen, die spätestens im Frühjahr kommenden Jahres vorliegen sollen.

Bisher sind die meisten Informationen der Branche nur den institutionellen Geldgebern zugänglich, die den Beteiligungsfonds große Summen an Eigenkapital zur Verfügung stellen. Zu den Geldgebern zählen Stiftungen, Pensionskassen und Versicherungen. Die Beteiligungsmanager kaufen Konzernteile und Mittelständler, strukturieren diese Firmen innerhalb von vier bis sieben Jahren um und reichen sie in der Regel zu einem höheren Preis weiter. Laut der Beratungsgesellschaft Avida Advisers wurden in Europa von 1995 bis 2005 von Private-Equity-Gesellschaften 308 Mrd. Euro eingesammelt und 260 Mrd. Euro investiert. Die Strategie vieler Beteiligungshäuser, die Verschuldung in übernommenen Firmen zu erhöhen und Eigenkapital herauszuziehen, hat für Kritik gesorgt.

EVCA-Chef Loizaga räumt ein, dass die Branche ihr Geschäftsmodell stärker erklären muss, auch gegenüber bisher vernachlässigten Gruppen wie den Gewerkschaften. Man müsse beweisen und nicht nur behaupten, dass Private Equity in den Firmen einen Mehrwert schaffe. „Früher waren wir klein und wurden übersehen, heute sind wir wichtige Spieler im Übernahmemarkt“, ergänzt Loizaga. Er kann sich in fünf Jahren sogar Fonds mit einem Volumen von 50 Mrd. Euro vorstellen. Heute gibt es nur wenige Private-Equity-Gesellschaften, die zweistellige Milliardenbeträge zur Verfügung haben.

Eine Belebung der Diskussion über die Bedeutung der Branche erhoffen sich die Marktteilnehmer von einem Weißbuch der EU-Kommission in diesem Herbst. Daraus sollen dann Handlungsempfehlungen für die Regierungen abgeleitet werden.

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