Trend: Abwärts bei Dach-Fonds, aufwärts bei Einzelanlagen
Hedge-Fonds berechnen die Preise neu

Hedge-Fonds rücken in Deutschland in den Blickpunkt: Innerhalb von wenigen Tagen lancierten gleich fünf Anbieter neue Produkte. Mit steigender Nachfrage liefern auch die Konditionen dieser alternativen Finanzprodukte Gesprächsstoff.

FRANKFURT/M. Marktexperten erwarten zunehmenden Druck auf die Gebühren, insbesondere bei Dach-Hedge-Fonds. „Die fixen Sätze werden wahrscheinlich fallen müssen“, sagt Jörg Sittmann, Geschäftsführer der Citigroup Investment Deutschland KAG. Hedge-Fonds, die eine breite Palette von Anlagestrategien verfolgen und dabei auf steigende wie auch auf fallende Kurse oder Preise setzen können, sind in Deutschland erst seit Anfang vergangenen Jahres zugelassen. Die Aufsichtsbehörde genehmigte seitdem 20 Dach-Hedge-Fonds (die in mehrere andere Hedge-Fonds investieren) und 18 Einzelfonds. International boomt der Markt und hat mit rund 9000 Produkten ein Volumen von 1000 Mrd. Dollar erreicht.

Treibende Kraft ist die Suche der Investoren nach Zusatzerträgen, weil die Renditen traditioneller Anlagen wie Anleihen und Aktien gesunken sind. Hedge-Fonds dagegen streben nach absoluten Erträgen unabhängig von der Kapitalmarktlage, sorgen als Depotbeimischung außerdem für eine Risikostreuung und damit für eine geringere Wertschwankung des Gesamtportefeuilles.

Sowohl auf internationaler Ebene wie auch auf dem nationalen Parkett rechnen Experten damit, dass die Investoren bei der Gestaltung der Gebühren zunehmend ihre Marktmacht ausspielen werden. Laut der weltweiten Datenbank der Beratungsfirma Faros Consulting verlangen Dachfonds in den meisten Fällen eine feste jährliche Vergütung von 1,5 Prozent des verwalteten Kapitals, zu der im Regelfall noch eine Erfolgsbeteiligung von häufig zehn Prozent kommt. Faros-Geschäftsführer Frank Umlauf glaubt: „Sobald die Anleger beginnen, von den Dachfonds stärker auf Einzelfonds zu wechseln, wird Druck auf die Managementgebühr der Dachfonds einsetzen.“

In früheren guten Börsenjahren blickten die Anleger nicht so sehr auf die fixe Gebühr. Das hat sich geändert. Institutionelle und private Investoren sind im Umfeld geringerer Marktrenditen sensibler geworden. „Daher bewegen wir uns von den früheren zwei Prozent in Richtung ein bis eineinhalb Prozent“, sagt Sittmann von der Citigroup. Manche der Experten halten auch Druck auf die von Dach-Hedge-Fonds erhobenen erfolgsabhängigen Gebühren für denkbar, zu dieser Gruppe zählen Faros-Mann Umlauf und Lars Jäger, Miteigner der schweizerischen Partners Group.

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