Trotz skeptischer Grundhaltung haben einige Manager ihre Aktienquote deutlich erhöht
Flexible Dachfonds suchen das Risiko

Aus Consilia Select wurde Smart-Invest Helios AR, aber sonst ist alles beim alten geblieben. Wie bereits in den vorangegangenen Zwölf-Monats-Vergleichen der Kategorie „Dachfonds flexibel“ belegt der bei der Luxemburger Gesellschaft Axxion aufgelegte Fonds auch zum Stichtag 30. April mit klarem Abstand Rang eins (Tabelle).

HB HAMBURG. Geblieben ist auch das grundsätzliche Misstrauen des Fonds-Beraters Arne Sand gegenüber der jüngsten Entwicklung an den Kapitalmärkten. „Wir beobachten bei den Anlegern einen gewissen Einschläferungseffekt, was das Thema Kursrückschläge angeht“, sagt der Geschäftsführer der Vermögensverwaltungsgesellschaft Sand und Schott in Stuttgart und deutet dies als negatives Omen: „Das sind beste Voraussetzungen für einen künftigen massiven Einbruch.“

Kurzfristig deute der offenbar nicht zu stoppende Risikohunger der Investoren allerdings eher auf einen weiteren, spekulativ getriebenen Anstieg der Kurse hin. Deshalb erhöhte Sand die Aktienquote Anfang Juni auf 77 Prozent, nachdem sie Ende Mai lediglich 37 Prozent betragen hatte. Dabei stehen mit dem Fortis Equity Energy Europe, dem Fortis Equity Pharma Europe und dem Henderson Pan European Property eher Fonds für defensive Sektoren im Mittelpunkt.

Für einen nahezu identischen Ansatz, nämlich einem erkannten positiven Trend zu folgen und im Falle einer Trendumkehr die zuvor erzielten Gewinne abzusichern, ist Bernd Greisinger bekannt. Der Mainzer Vermögensverwalter, der seit Mitte 2004 von Liechtenstein aus agiert, verwaltet nach diesem Konzept sechs Dachfonds mit einem Volumen von insgesamt 335 Mill. Euro. In den vergangenen zwölf Monaten entwickelte sich mit dem BG Global Discovery der kleinste am besten: Zum Stichtag 30. April legte der nur fünf Millionen Euro schwere Fonds um knapp neun Prozent zu.

„Der Global Discovery ist vom Risikoprofil nicht mit den restlichen Fonds unserer Palette vergleichbar“, betont Greisinger. Ursprünglich für einen externen Partner aufgelegt, wurde der Fonds Ende November 2004 in den hauseigenen Arcturus-Vertrieb integriert und neu ausgerichtet. Seither kommen bis auf wenige Ausnahmen nur noch Zielfonds ins Portfolio, die sich auf Nebenwerte oder aber auf Aktien beziehungsweise Renten aus Schwellenländern spezialisiert haben.

Was die Bewertung der aktuellen Börsenlage betrifft, deckt sich Greisingers Meinung mit der Analyse von Arne Sand: „Fundamental gesehen haben wir in den kommenden Monaten ein sehr schwieriges Umfeld, in dem es vor allem darum geht, keine Verluste einzufahren. Aber noch ist der Aufwärtstrend intakt.“ Deshalb stieg der ungesicherte Aktienanteil des BG Global Discovery in den vergangenen Wochen Schritt für Schritt von 31 bis auf mittlerweile 100 Prozent. Zu den größten Positionen gehörten Anfang Juni Länderfonds für österreichische, indische und koreanische Titel.

Egon Wachtendorf, Der Fonds

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